Hochsaison für Landwirte:  Ernte endlich wieder besser

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Die Ernte ist in Wiblingwerde Teamarbeit.

Nachrodt-Wiblingwerde – Hochsaison für Landwirte im Höhendorf. Fast 24 Stunden sind sie derzeit im Einsatz. Sie sind erleichtert.

Schlaf und Freizeit gibt es fast nicht. Das Wetter ist gut und die Ernte muss eingefahren werden. Die Zeit drängt, denn der perfekte Zeitraum, der die bestmögliche Qualität ermöglicht, ist klein. 

„Mit dem dritten Schnitt sind wir sehr zufrieden. So langsam bin ich beruhigt, es sieht so aus als bekämen wir nach den zwei sehr schlechten Jahren dieses Jahr wieder genug Futter für die Tiere zusammen“, sagt Landwirt Martin Hohage. 

"Noch so ein Jahr hätten wir nicht geschafft"

Der Blick auf sein 1600 Kubikmeter großes Fahrsilo weckt Optimismus. Dort lagert Futter für acht bis neun Monate. „Noch so ein Jahr hätten wir nicht geschafft, wir haben unseren Tierbestand schon verringert, dann hätten wir noch mehr Tiere abgeben müssen“, erzählt seine Frau Anja Hohage. 

230 Kühe müssen von dem Futter satt werden. 85 Hektar wurden für das Silo gemäht. Drei Tage dauert die Ernte. „Den ersten Tag haben wir gemäht, den zweiten Tag mussten wir einiges noch einmal wenden. Es war doch mehr auf den Flächen als erwartet. 

Nur so wird die Qualität gleichmäßig. Zudem haben wir angefangen, alles auf Reihen zu ziehen, damit der Ladewagen alles einsammeln kann“, erklärt der Landwirt. Bis tief in die Nacht hinein wurde gefahren. Alleine wäre das für den Familienbetrieb nicht zu schaffen. 

Ernte geht nur mit Teamwork

In der Ernte setzen die Landwirte auf Zusammenarbeit. Hohage arbeitet beispielsweise mit Carsten Gessler vom Kleinendrescheid zusammen. „Für uns alleine würde sich so ein Ladewagen gar nicht rechnen. Dafür rufen wir dann Carsten an“, sagt Hohage. 

Mit zwei bis drei Wagen wird das Silo eingefahren. Während Hohage berichtet, dass das ein entspannter Tag sei, weil kein Regen gemeldet ist, der die Ernte gefährdet, geht dann doch noch etwas schief. Ladewagen und Trecker stehen hoch oben auf dem Silo, und kein Rad dreht sich. 

Stau durch Radpanne

Der Fahrer musste anhalten, um den anderen Ladewagen vorbei zu lassen, nun will sich die Bremse nicht mehr lösen. „Ein Elektronikproblem. Wir hatten das heute schon einmal“, sagt Hohage. Doch dieses Mal lässt sich der Fehler nicht durch Ein- und Ausschalten beheben. 

Derweil rollt der nächste Trecker mit Ladewagen an. Stau. Sohn Mike und der Fahrer des defekten Treckers probieren alles. Auch Carsten Gessler hilft jetzt. „Jetzt können wir das alles entspannt mit Humor nehmen. Aber oft genug geht etwas genau dann kaputt, wenn Regenwolken aufziehen und jede Sekunde zählt“, weiß Martin Hohage. 

Doch auch dann können sich die Landwirte aufeinander verlassen. „Es gibt immer einen, der eine Idee hat. Der andere hat das Werkzeug und wieder ein kennt einen, der einen kennt, der bei dem Problem helfen kann. So ist das auf dem Land. Dann sind plötzlich ganz viele Helfer da.“ 

Festfahrer macht wichtigen Job

Den wichtigsten Job hat aber eigentlich ein anderer – der sogenannte Festfahrer. Er fährt den ganzen Tag mit dem Trecker auf dem Silo hin und her. „Es ist vielleicht nicht die spannendste Aufgabe, aber ohne ihn wäre die ganze Arbeit hinfällig“, erklärt Martin Hohage. 

Denn durch das konstante Fahren wir das Gras zusammengepresst und verdichtet sich. Nur so gelingt der Silierungsprozess, ohne dass das Gras zu schimmeln beginnt. Der dritte Schnitt wurde übrigens noch auf den ersten und zweiten drauf gefahren. „So haben wir eine ganz gleichmäßige Futterqualität. Jeder Schnitt hat seine eigenen Nährstoffe. Durch dieses Verfahren bekommen die Kühe konstant aus allen drei Schnitten Futter“, sagt Martin Hohage. 

Wenn alles gut läuft, wird es auch noch einen ordentlichen vierten Schnitt geben. Und auch der Mais stehe derzeit gut.

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