Dicke, fette Leuchtkugeln mit farbigem Bouquet

+
Den Wagen voll geladen mit Feuerwerkskörpern – so rollte Peter Pomsel am Freitagnachmittag auf seinen Garagenhof. An die 100 Boxen mit Pyrotechnik und dutzende von Raketen wird der Hobby-Feuerwerker in der Silvesternacht in die Luft jagen. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Wenn in der Silvesternacht die Opperhusener ihre Böller und Raketen verschossen haben, schlägt kurz darauf Peter Pomsels Stunde. Seit Jahren begeistert der Hobby-Feuerwerker seine Nachbarschaft mit einem spektakulären, farbenfrohen Start ins neue Jahr. Wie viele Feuerwehrstrategen und Raketen er schon in den nächtlichen Himmel gejagt hat, kann er nach so vielen Jahren nicht mehr schätzen. Doch er gibt zu: „Mittlerweile hat es den Wert eines Kleinwagens erreicht.“

Kurz vor Weihnachten stapelte sich bereits die erste Pyrotechnik in der Garage. Gestern schuf Peter Pomsel die letzte „Ladung“ für das Silvester-Spektakel heran. An die 100 Feuerwerksbatterien und dutzende von Raketen warten nun darauf, ihren finalen Platz auf einer der Abschussbasen zu bekommen, die der 51-Jährige gemeinsam mit Sohn Cedric baut – den Elfjährigen hat das Raketen-Virus seit ein paar Jahren ebenfalls erfasst. Unter Papas wachsamen Augen darf jetzt auch er in der Neujahrsnacht das Feuerzeug an die Zündschnur halten, und das bis zu 50 Meter hohe Lichterspektakel entfachen. Dabei werden „Bastard“, „Barbarossa“, „Night of Day“, „Twilight Zone“, „Starkstrom“, „Virus“ oder „Pink Panter“ aber nicht einfach so in die Luft gejagt. In der jetzt gestarteten Endphase überlegt sich Peter Pomsel einen Plan, wie genau er bis zu fünf Feuerwehrstrategen hintereinander schaltet, und welche Effekte damit erzielt werden sollen. Dabei ist ganz klar: „Das Schönste kommt zum Schluss.“ Ohrenbetäubende Kanonenschläge und Böller findet man derweil in seiner „Schatzkammer“ kaum – ein paar gibt es: für Cedric. „Ich stehe mehr auf Lichter und Effekte“, sagt der Familienvater und verrät, dass er in diesem Jahr neben Leuchtraketen und -kugeln „noch mehr Palmen“ erstrahlen lassen will. Der Crackling-Effekt, bei dem tausende kleiner Sterne wie aus einer Fontäne sprühen, haben den Hobby- Feuerwerker dagegen in den vergangenen Jahren nicht so recht überzeugen können. „Dicke, fette Leuchtkugeln, die nach oben steigen und ihr Bouquet öffnen habe ich am Liebsten“, beschreibt er seine Vorliebe.

Fixiert auf die Knallerei zum Jahresende war Peter Pomsel schon in jungen Jahren – „Schuld“ war sein Vater Ernst Adolf. „Mein Vater hat meinen Bruder und mich immer mal die Nase reinhalten lassen“, erinnert er sich an die Silvestervorbereitungen in seiner Kindheit zurück. „So tolle Raketen wie es sie heute gibt, gab es damals natürlich noch nicht“, blickt er zurück. Ein paar Leuchtkugeln oder Sprüheffekte waren seinerzeit schon etwas Besonderes. Abgeschossen wurde zudem noch klassisch: aus der Sektflasche. „Ich habe das dann im Laufe der Jahre verfeinert.“ Soll heißen: Peter Pomsel orientierte sich nicht mehr nur an den Silvester-Angeboten im Discounter, sondern stöberte bei Einzelhändlern ebenso im Sortiment, wie im Großhandel. „Mit 18 Jahren habe ich mein erstes großes Feuerwerk angezündet“, erzählt er. Damals stiegen noch weitaus weniger Silvester-Utensilien in den nächtlichen Himmel auf. Ablauf und Aufwand sollten sich noch deutlich verändern. Und der Zufall wollte es zudem, dass Peter Pomsel vor 15 Jahren mit einem hauptberuflichen Pyrotechniker beim Mendener Herbst zusammentraf. Die Gespräche zwischen Profi und Semi-Profi sind heute noch wichtiger Bestandteil seines jährlichen Feuerwerks, denn der Fachmann weiß um die neuesten Effekte. Und die werden sicherlich auch in der kommenden Silvesternacht hoch über Nachrodt erstrahlen und wieder zahlreiche „Zaungäste“ anlocken. ▪ sr

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion