In Nachrodt

Hitzige Ratsdebatte - dann reicht‘s der Bürgermeisterin

Hitzige Debatte in der Ratssitzung: Die UWG findet, dass das, was die CDU fordert, längst abgedeckt wird.
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Hitzige Debatte in der Ratssitzung: Die UWG findet, dass das, was die CDU fordert, längst abgedeckt wird.

Sicherheit der Bürger und Schutz der Feuerwehr: Über dieses Thema - und einen Antrag der CDU- entbrannte im Nachrodter Rat eine hitzige Debatte. Eine Fraktion steckte deutliche Kritik ein. Dann reichte es der Bürgermeisterin.

Nachrodt-Wiblingwerde – Abgewatscht wurde die UWG, eindeutig in die Ecke des Verhinderers verwiesen. Dort wollte sie gar nicht hin. Da gehörte sie auch nicht hin. Aber aufgrund der deutlichen Kritik am Vorstoß der CDU, die mit Blick auf das verheerende Unwetter einen Drei-Punkte-Antrag zur „Sicherheit der Bürger sowie den Schutz der Feuerwehrleute“ im Rat gestellt hatte, sah sich die UWG von Unverständnis mehr oder weniger aller anderen umgeben. Und so war die Sitzung des Rates in der Sekundarschule spannender als es die Tagesordnung vermuten ließ.

„Opperhusen und die Helbecke waren zwei Tage von der Außenwelt abgeschnitten. Noch zwei Tage länger und es wäre zu einem Chaos gekommen. Welche Geräte benötigen wir, damit so etwas nicht mehr passiert?“ CDU-Ratsherr Michael Schlieck machte deutlich, worum es den Christdemokraten geht.

Wuunsch: angemessene Ausrüstung für Naturkatastrophen

Fraktionsvorsitzender Jens-Philipp Olschewski hatte zuvor die aufopferungsvollen Einsätze der Feuerwehr betont und erläutert, dass nicht nur ein Upgrade der Ausrüstung gewünscht werde. „Wir möchten gewährleisten, dass unsere Feuerwehr für Naturkatastrophen angemessen ausgerüstet ist, um die Sicherheit der Menschen in unserer Gemeinde sicherzustellen und zudem den Schutz für die eigene Gesundheit der Feuerwehrleute zu gewährleisten.“

Vor allem den Ansatz, dass die Verwaltung gemeinsam mit der Leitung der Feuerwehr erarbeiten soll, welche Beschaffungen notwendig sind, fand UWG-Ratsfrau Sonja Hammerschmidt an den Haaren herbeigezogen. Denn: „Vieles ist doch längst in die Wege geleitet.“

CDU bekommt Rückendeckung von SPD und Lohmann

Gespräche zwischen Verwaltung und Feuerwehr gebe es ständig und auch ein Fahrzeug sei im Brandschutzbedarfsplan enthalten. Das müsse man jetzt nicht fordern. Der Antrag sei zwei Tage nach der Flutkatastrophe gekommen, ohne dass die CDU mit der Feuerwehr gesprochen habe.

Ratsmitglieder, konterte Jens-Philipp Olschewski, dürften durchaus dynamisch reagieren und müssten nicht darauf warten, dass irgendwelche Vorlagen auf sie zugeflattert kommen würden. Rückendeckung bekam er sowohl von der SPD-Fraktion („Auch Selbstverständlichkeiten müssen formuliert werden.“) als auch vom fraktionslosen Ratsherrn Matthias Lohmann: „Das ist ein sinnvoller und sinnstiftender Antrag“, meinte er mit Blick auf die Zukunft, wenn alle schon die Unwetterkatastrophe vergessen hätten. „Menschen neigen zur Verdrängung“, so Matthias Lohmann. Passiere so etwas in ein paar Jahren noch einmal, sei man froh, so einen Antrag gestellt zu haben.

Bürgermeisterin: „Jetzt ist aber mal Feierabend“

Muss Politik sich einbringen, wenn Feuerwehr und Verwaltung in der Gemeinde ein gutes Miteinander, viele Gespräche, kurze Weg haben und Anschaffungen auf der Agenda sind? „Ja“, findet Christian Pohlmann (SPD), „trotzdem muss es Aufgabe der Politik sein, genau das auf dem Schirm zu haben und Dinge anzustoßen.“

Bürgermeisterin Birgit Tupat, die die Debatten mit den Worten „Jetzt ist aber mal Feierabend“ beendete, will mit Verwaltung und Feuerwehr Vorlagen zum CDU-Antrag erarbeiten. Aber sie sagt auch: „Man kann nicht für alles gerüstet sein.“

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