Hitzige Debatte zur Rastatt: CDU will Lokal nicht abreißen

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Marode und verwaist: die alte Rastatt.

Nachrodt-Wiblingwerde – Die Rastatt erhitzt die Gemüter: Wieder einmal wurde die Zukunft des alten Lokals im Rat diskutiert. Der geplante Abriss passt der CDU nicht. Aus einem speziellen Grund.

„Das kann man den Bürgern nicht mehr erklären“, meinte SPD-Ratsherr Aykut Aggül sichtlich erzürnt und ergänzte: „Dass wir uns schon wieder mit dem Thema beschäftigen, ist unverständlich. Ätsch, es ist wieder nichts passiert.“ 

Tatsächlich wurde das Thema Rastatt neu aufgerollt. Während der Sitzung des Rates folgten die Kommunalpolitiker erst nach einer längeren Debatte bei zwei Enthaltungen und mit einer Gegenstimme den Vorschlägen des Arbeitskreises Haushalt zur Immobilien-Prioritätenliste. 

Unverständnis bei anderen Fraktionen

Im Mittelpunkt der Diskussion stand besonders das Schicksal der Rastatt. „Wir waren doch schon durch mit dem Thema Rastatt. Es waren doch Investoren da, die alle das Gebäude und Grundstück nicht haben wollten. Deswegen verstehe ich nicht, warum wir wieder von vorne anfangen“, sagte Petra Triches, Fraktionssprecherin der UWG. 

Es war CDU-Ratsherr Michael Schlieck, der die Problematik aus seiner Sicht verdeutlichte: „Die Rastatt steht mit 350 000 Euro in den Büchern. Ein Abriss kostet 300 000 Euro. Dann sind wir bei 650 000 Euro, die wir verbrennen. Und dann haben wir noch nichts anderes. Es ist auch noch nicht klar, wie Qbus finanziert wird. Die Gemeinde wird keine Gastronomie finanzieren. 

CDU: "Wir verschwenden Geld"

Deshalb sollten wir überlegen, ob wir die Rastatt nicht auf den Markt bringen. Das ist für den Bürger immer noch günstiger. Wir haben die höchsten Hebesätze in der ganzen Gegend. Und dann fangen wir an, Geld zu verschwenden. Ich habe da Gewissensbisse, wir sind dem Steuerzahler verpflichtet.“ 

Auch sein Fraktionskollege Peter Herbel, der seit Jahren versucht, die Rastatt zu retten, erklärte: „Die Rastatt kann man durchaus für einen symbolischen Preis anbieten.“ 

Gegenwehr gab es von SPD und UWG gleichermaßen: „Die 600 000 Euro belasten unser Vermögen, aber nicht unseren Haushalt“, machte Gerd Schröder, Fraktionsvorsitzender der SPD, deutlich. Sein Fraktionskollege Jan Schröder erklärte: „Wir haben die Chance, etwas Neues zu starten. Wie würde man das denn privat machen? Würde ich in ein Gebäude, das nicht mehr zu retten ist, zwei Millionen Euro reinstecken?“ 

Keiner will die Rastatt haben

Wobei die Frage nach dem Grundstück aufkam. „Wir waren uns einig, dass es ein Sahnegrundstück der Gemeinde ist. Wir sollten das nicht aus den Händen geben“, sagte SPD-Ratsherr Christian Pohlmann, der bezweifelt, dass sich jemand überhaupt dafür interessiert. 

Im Zuge der Diskussionen wurde auch das neue Gastronomiekonzept Qbus diskutiert. „Da sträuben sich mir die Haare. Hier springt man offensichtlich in ein Becken, ohne sich zu vergewissern, dass da auch Wasser drin ist“, meinte Peter Herbel (CDU). Die Finanzierung sei noch lange nicht gesichert.

Bürgermeisterin: Qbus ist "zukunftsfähig"

„Da sind wir dran“, entgegnete Bürgermeisterin Birgit Tupat. Sponsorengespräche stehen an. „Wir müssen der Containerlösung Raum lassen, sich zu entwickeln. Aktuell ist etwas auf den Weg gebracht, was meiner Meinung nach zukunftsfähig ist“, meinte Christian Pohlmann. 

Fakt ist: Es wurde nicht der Abriss der Rastatt beschlossen. Es wurde nur die Prioritätenliste, eine Absichtserklärung, abgesegnet. „Jedes einzelne Projekt wird noch mal separat thematisiert“, meinte Bürgermeisterin Birgit Tupat. Es gibt nun also einen Leitfaden für den Umgang mit den Immobilien-Sorgenkindern. Es rollt zunächst kein Abrissbagger durch die Gemeinde.

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