Automobile Erinnerung an die Jugendzeit

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Helga und Ulrich Woitkowski haben im Internet einen alten Fiat 600 entdeckt, den sie nun in ihrer Garage in Veserde restaurieren. Bis er wieder fahrtüchtig ist, dürften aber noch einige Monate ins Land gehen.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Eigentlich sind Helga und Ulrich Woitkowski aus Verserde auf die BMW Isetta eingeschworen. Aber durch einen Zufall hat sich jetzt eine Erweiterung ihres Fuhrparkes ergeben.

„Schuld“ daran war beziehungsweise ist das Internet. Denn vor kurzem surfte Helga Woitkowski auf der Datenautobahn und fand dort zu ihrer Überraschung den Eintrag eines holländischen Fahrzeughalters, der einen fahrbereiten Fiat 600 E („Seicento“) anbot. Das „E“ im Namen steht, so vermuten die Woitkowskis, für Spanien. Denn das kleine Fahrzeug wurde dort in den 50er Jahren von der damals schon existierenden Firma Seat in Lizenz gebaut. Unter dem Namen Fiat 600 D wurde der einförmige Kleinstwagen auch in Deutschland gebaut. Bis in die 1980er Jahre wurde auch ein Modell („Zastava“ ) im damaligen Jugoslawien hergestellt.

Das ursprüngliche Modell stammte natürlich aus Italien und trug den Namen Fiat 600. Ziel der Konstrukteure damals war es, möglichst wenig Blech zu verbrauchen, das damals in Italien noch knapp und teuer war. Mit Heckantrieb und einem neu konstruierten Heckmotor ausgerüstet, wurde der „Seicento“ damals eine Art Familienwagen, denn bei nur 3,29 Meter Länge und 1,40 Meter Breite konnte er doch vier Personen befördern.

Aber wieso musste dieses Fahrzeug nun unbedingt her? „Als ich das Auto im Internet sah, wusste ich, dass ich es unbedingt haben wollte“, erklärte Helga Woitkowski. „Denn mein erstes Auto, das ich nach dem Erhalt meines Führerscheines gefahren habe, war ein gebrauchter Fiat 600, und zwar in der gleichen Farbe, wie er auch jetzt angeboten wurde“. Getreu dem Motto der Woitkowskis „Gesagt, getan“, setzten sie sich noch am gleichen Abend mit dem Anbieter in Verbindung und waren am nächsten Morgen schon vor Ort. Der Erwerb erfolgte innerhalb weniger Minuten, dann wurde das kleine Fahrzeug auf dem mitgebrachten Anhänger verstaut und dann ging es zurück nach Veserde.

Dort angekommen, nahm Ulrich Woitkowski das Fahrzeug ausgiebig in Augenschein. „Der ist noch gut in Schuss“, lautete sein abschließendes Urteil. Aber das eine oder andere war und ist schon noch zu tun. So mussten die Einstiegsbleche erneuert und neu eingeschweißt werden. Nun werden die Türen eingepasst. Antrieb, Motor und Getriebe sind laut Woitkowski völlig in Ordnung. Die Bremsanlage allerdings will er vollständig erneuern. Und dann natürlich die Lackierung – in Originalfarbe, versteht sich. Und das ist nun einmal gerade die, die Ehefrau Helga schon an ihrem ersten Fiat so toll fand.

Die Woitkowskis sind eigentlich schon immer Oldtimer-Fans gewesen. Bei ihnen ihn Veserde standen schon beispielsweise ein Opel Rekord Olympia, ein NSU Prinz 1000, ein Trabbi und noch viele weitere Fahrzeugtypen in der Garage. Und natürlich auch zahlreiche Isetten von denen das Ehepaar auch noch heute fasziniert ist. Daher findet alle zwei Jahre in Veserde ein Isetta-Treff statt. Jeder, der Interesse an alten Fahrzeuge hat, ist dort jedoch herzlich willkommen. Das nächste Treffen steht für 2014 an. Doch spätestens dann ist auch der Fiat 600 fahrbereit. „Hoffentlich noch eher“, schmunzelt Helga Woitkowski. „Ich möchte doch schon im Frühjahr bei gutem Wetter damit zur Arbeit fahren“. Das nächste Isetta-Treffen ist daher schon jetzt um eine Attraktion reicher. Und mit Sicherheit wird auch der „Seicento“, wenn er fertiggestellt ist, wieder ein Hingucker werden. Wie bislang alle Fahrzeuge, die die Woitkowskis restauriert haben. ▪ Hartwig Bröer

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