Heimatverein verschenkt Nelken

In Wiblingwerde grüßt der Maibaum

+
Mit vereinten Kräften wurde der Maibaum aufgerichtet.

Nachrodt-Wiblingwerde - Einen vergleichsweise freundlichen und sehr bunten Gast begrüßten die Wiblingwerder in den Mittagsstunden des Tags der Arbeit: den Mai. Auf dem zentralen Dorfplatz wurde mit vereinter Männerkraft und nach alter Sitte ein Maibaum mit bunten Bändern aufgestellt.

Dr. Christian Schulze, seit sechs Wochen neuer Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins Wiblingwerde, blickte noch einmal mit Grausen zurück an die extrem dunklen Monate des nun endgültig vergangenen Winters, und die Sonne tat das Ihre, um diesen Eindruck zu unterstreichen.

„Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus“ und „Komm, lieber Mai und mache die Bäume wieder grün“, spielte Karl-Heinz Tacke auf seinem Akkordeon, und auch zwei Chöre begrüßten mit ihren Liedern den Frühling: Der Männergesangverein Wiblingwerde sang unter anderem ein Loblied auf die schöne Heimat im Sauerland. Die Männer vom MGV „Frohsinn“ Nachrodt erinnerten an die Weinparadiese am Rhein und mahnten: „Mensch, ärgere dich nicht!“

Siegfried Kruse und Christian Schulze verteilten schließlich Nelken an die Frauen auf dem Dorfplatz. Der Vorsitzende des Heimatvereins erläuterte die symbolische Bedeutung der Nelke und deren Bezug zum 1. Mai: Schon in der Antike sei die Blume des Göttervaters Zeus verehrt worden - später sei sie mit der Gottesmutter Maria in Verbindung gebracht worden. Zur Bauzeit des Eiffelturms habe dann ein Sozialistenkongress in Paris die Nelke zur Symbolpflanze der Arbeiter gemacht.

„Man brauchte ein diskretes und schönes Zeichen, um die Verbundenheit mit der eigenen Klasse zu dokumentieren.“ Christian Schulze erinnerte in diesem Zusammenhang auch an die Nelkenrevolution in Portugal am 25. April 1974, die eine rechtsgerichtete Diktatur hinwegfegte. So ergab sich ein großer Bogen vom gemeinschaftsstiftenden Brauchtum bis zur Arbeiterbewegung, die diesen 1. Mai als Tag der Arbeit feiert.

Mit einem Lied, das der Männergesangverein Wiblingwerde anstimmte, gingen die Besucher schließlich noch zur Heimatstube, um sich dort zu stärken und aufzuwärmen. Denn trotz des frühlingshaften Sonnenscheins zog noch ein kalter Wind durch das Dorf auf dem Berg.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.