Neue Nummer für alten Ofen: In der Heimatstube kommt jedes Möbelstück auf den Prüfstand

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Jedes der rund 500 Objekte in der Heimatstube wird genau inspiziert.

Nachrodt-Wiblingwerde - Rund 500 Objekte in der Heimatstube werden genau unter die Lupe genommen. Dafür gibt es nun Geld vom Land.

Er ist ein Schmuckstück aus vergangenen Zeiten und manch einer seiner Sorte wird in Antiquitätenläden hoch gehandelt: der alte Küchenofen in der Heimatstube. In Wintertagen sorgt der Ofen aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg für gemütliche Wärme, ansonsten steht er zwischen rund 500 weiteren Objekten, um die sich nun auf besondere Art gekümmert wird.

Denn: Der Heimat- und Verkehrsverein hat 2000 Euro für die Inventarisierung der Objekte in der Heimatstube bewilligt bekommen. Das Geld stammt aus dem „Heimatscheck“, einem Förderprogramm des Landes. 

Mühevolle Aufgabe

Viele Monate vor Corona beantragt, ist die Bewilligung gerade jetzt eine Freude in schwierigen Zeiten. Sind es 400 oder 500 Objekte, die in der Heimatstube das Brauchtum und die Geschichte erlebbar machen? Gibt es fünf Spinnräder und drei Fleischwölfe, die sich alle ähneln oder sind sie vielleicht aus unterschiedlichen Zeiten? 

Eine Finanzspritze gibt's zur Inventarisierung der Objekte in der Heimatstube.

In den kommenden Monaten werden diese Fragen beantwortet. Dr. Christian Schulze, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins, hat ein Inventarisierungsblatt entworfen. „Jedes Objekt bekommt eine Kurzbeschreibung. Es geht um den Erhaltungszustand, Besonderheiten, mögliche Kuriositäten, Verwendungszweck und natürlich auch um die Frage, woher das Objekt kommt“, sagt er. 

Ein Datenblatt mit Foto und Größe des Gegenstandes wird das I-Tüpfelchen der neuen Ordnung. Einige Sachen sind geerbt, andere wurden zur Verfügung gestellt. 

Kein Anspruch, Museum zu sein

Aber wann und von wem? „Es gibt manch’ nicht gehobene Schätze, wenn auch nicht im finanziellen Sinne“, ist sich Christian Schulze sicher. Und weil die Inventarisierung der Heimatstuben-Objekte durchaus zeitintensiv und mit einer großen Portion Liebe zum Detail durchgeführt werden muss, hat der Vorsitzende des Heimatvereins auch schon ein Vereinsmitglied im Sinn, das genau diese Aufgabe übernehmen könnte. Wer es ist, verrät er noch nicht. 

Dr. Christian Schulze, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins, in der Heimatstube.

Den Anspruch, ein Museum zu sein, hat die Heimatstube nicht. „Dazu haben wir nicht die Infrastruktur“, sagt Christian Schulze. Und doch gibt es viele Kostbarkeiten in der Heimatstube und auch im Kornspeicher, die durch die Inventarisierung wie ein Fenster für eine präsentable Ausstellung wirken können. Nach Fertigstellung können die Mitglieder des Heimat- und Verkehrsvereins ihre Besucher noch intensiver auf den Spuren in die Vergangenheit begleiten. 

Fachliteratur nötig

Die Dokumente werden dann auch auf der neuen Homepage hinterlegt. Damit nicht genug: Die Inventarisierung kann eine Grundlage sein, später einmal Objekte zu tauschen oder auszuleihen. 

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch der geplante Ausbau der Heimatbibliothek im Kornspeicher. „Wir brauchen einen richtigen Schwung Fachliteratur“, sagt Dr. Christian Schulze mit Blick auf die Inventarisierung. Es gibt, so sagt er, Datierungen für Schränke, Besteck und alles mögliche, die hilfreich sein können. 

Und so hofft der Vorsitzende des Heimatvereins, verschiedene Projekte langfristig zusammenführen zu können. Es gibt also auch gute Nachrichten in Corona-Zeiten: erst 85 000 Euro für die Sanierung des Kornspeichers und jetzt weitere 2000 Euro für den Objekt-Katalog.

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