Heimatstube: Darum sind Hochzeiten unterm Dach ab sofort tabu

Probleme sind an der Heimatstube aufgetaucht.

Nachrodt-Wiblingwerde –Hochzeiten im ersten Stock der Heimatstube gibt's nicht mehr. Nicht das einzige Problem rund um das Museum.

Vorbei die Hoffnung auf ein einziges unversehrtes Gebäude: Die Heimatstube ist mittlerweile auch in den Fokus gerückt. 

Das Dach ist kaputt. Dort, wo die Pfannenebenen zusammentreffen, an der sogenannten Kehle, ist Wasser eingedrungen. „Das haben wir schon repariert“, sagt Bauamtsleiter Dirk Röding. Die Dachkonstruktion muss nun untersucht werden. 

Nicht nur das: „Und wir haben das Problem, dass die obere Ebene für viele Personen nicht ausgelegt ist.“ Mit anderen Worten: Die Decke hält keine Hochzeitsgesellschaften aus. Und genau diese haben die romantische Heimatstube ein paar Mal im Jahr genutzt. 

Die Decke ist aber nur für eine normale Verkehrslast geeignet: 100 Kilo auf einem Quadratmeter. „Unten ist es auch schön“, sagt Dirk Röding. Dieses Problem bedeutet nicht das Aus für Trauungen in der Heimatstube. 

Die Frage, die sich jetzt stellt: Ist es wirtschaftlich, die Decke so zu ertüchtigen, dass in der oberen Etage wieder Feierlichkeiten stattfinden können? „Oder lassen wir Decke Decke sein und gehen nur noch mit Kleingruppen nach oben, um die Ausstellung zu besichtigen? Das ginge ohne Probleme“, sagt Dirk Röding. Für das Dach soll ein Konzept mit Kostenschätzung erarbeitet werden. 

Unterdessen sind die Mitglieder des Heimat- und Verkehrsvereins sehr überrascht. Und die Probleme haben sie kalt erwischt. „An der Heimatstube haben viele Handwerker aus unserem Ort mitgewirkt“, sagt Siegfried Kruse. Starke Balken wurden beim Bau eingezogen. Aber die Leute stehen nicht auf den Balken, sondern auf den Brettern dazwischen. „Ich möchte das eigentlich gründlicher untersucht haben, aber ich vertraue darauf, dass die Gemeinde nicht leichtfertig mit den Dingen umgeht“, sagt er. 

Hochzeiten, so verspricht er, können auch weiterhin in der Heimatstube stattfinden. Die letzte war am vergangenen Samstag in den unteren Räumlichkeiten. „Dort gibt es eine schöne Umgebung mit Küchenherd und vielen weiteren Ausstellungsstücken. Hochzeiten nach unten zu verlegen, ist kein Qualitätsverlust“, sagt Siegfried Kruse. 

Durch das Engagement ehrenamtlicher Helfer entstand aus dem ehemaligen Feuerwehrgerätehaus an der Grundschule in Wiblingwerde unter Einbeziehung eines Anbaus ein Heimatmuseum. Am 30. September 1990 konnte die Heimatstube ihrer Bestimmung übergeben werden. Die Geschichte der Gemeinde wird in der Heimatstube greifbar.

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