1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Nachrodt-Wiblingwerde

Heimatpreis: Emotionale Momente bei der Verleihung 

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Susanne Fischer-Bolz

Kommentare

Das sind die Gewinner des Heimatpreises 2021 in Nachrodt: Die Auszeichnung übernahm Bürgermeisterin Birgit Tupat.
Das sind die Gewinner des Heimatpreises 2021 in Nachrodt: Die Auszeichnung übernahm Bürgermeisterin Birgit Tupat. © Fischer-Bolz, Susanne

An vier Gewinner hat Nachrodts Bürgermeisterin den Heimatpreis in diesem Jahr vergeben. Eine Verleihung mit emotionalen Momenten.

Nachrodt-Wiblingwerde – Standing Ovations, Blumen, Urkunden und jeweils 1250 Euro gab es am Montagabend für besondere Menschen in Nachrodt-Wiblingwerde: Im Rahmen der Weihnachtsratssitzung wurde nämlich der Heimatpreis verliehen – und zwar an den Bürgerbusverein, den Kulturschock, an Aykut Aggül und die Nachbarschaftshilfe „Jeder soll jedem helfen“ und an Ernst Schnepper.

Es war ein feierlicher Augenblick. Ein Augenblick, der berührte. Denn der 86-jährige Ernst Schnepper, der in Begleitung und mit Hilfe seiner Nichte in die Sekundarschule gekommen war, bedankte sich herzlich bei den Mitgliedern des Rates. Diese Auszeichnung bedeutet ihm viel. Es ist ein Dankeschön für sein Lebenswerk.

Schnepper ein „echter Markenbotschafter“

„Heimat ist für ihn mehr als ein Wort“, sagte Bürgermeisterin Birgit Tupat in ihrer Rede und würdigte das ungewöhnliche Engagement. „Er war mit dabei, wenn der Heimatverein Aktionen plante, trieb ,Unser Dorf soll schöner werden’ maßgeblich voran, feierte gemeinsam mit anderen den Titel ,Golddorf’, sorgte dafür, dass in der Kornmühle wieder Brot gebacken wurde, ersetzte unansehnliche Schilder durch die schmucken Holztafeln, organisierte Ausstellungen und war über Jahrzehnte das Gesicht des Heimat- und Verkehrsvereins.“ Für Bürgermeisterin Birgit Tupat ist Ernst Schnepper ein „echter Markenbotschafter“ der mehr als jeder andere die bewegte Geschichte der Gemeinde kennt und ihr ein Gesicht gegeben hat.

Heimat ist Begegnung. Heimat ist Austausch: Und genau dafür steht der Kulturschock. Seit fünf Jahren schließt er unter anderem mit der Bewirtung an der Lenne eine schmerzliche Lücke – die fehlende Gastronomie im Tal. „Direkt am Wasser und mit Blick auf Klaras Höhe wurden Freundschaften gepflegt und neue geknüpft.

Kulturschock träumt vom Foodtruck

Somit trägt das Engagement im wesentlichen Umfang dazu bei, den Zusammenhalt und das gute Lebensgefühl in Nachrodt-Wiblingwerde auch und gerade in schwierigen Zeiten positiv zu gestalten“, lobte Birgit Tupat und ergänzte: „Sie debattieren nicht lange über das, was nicht geht, sondern immer über das, was gehen könnte.“

Auch die neueste Idee des Kulturschocks wurde angesprochen: „Sie träumen von einem Bus, einem ausgebauten Foodtruck, von dem auch andere Vereine bei Veranstaltungen profitieren könnten. Eine tolle Idee, die einmal mehr zeigt: tatkräftig, pragmatisch, zielorientiert. Das ist der Kulturschock.“

Nachbarschaftshilfe: Anpacken und neue Ideen

Eine Initiative, die in den vergangenen Monaten viel bewegt hat, ist „Jeder soll jedem helfen“, die von Aykut Aggül und seinen Unterstützern ins Leben gerufen wurde. Birgit Tupat erinnerte an den Tag des offenen Denkmals, als die Werkssiedlung Langenstück illuminiert wurde.

„Die Beleuchtungsaktion ließ einen kleinen Bereich der Gemeinde erstrahlen, der aus dem Fokus der Öffentlichkeit gerückt war. Eine Aktion, die zeigt, wie viele Geheimnisse unsere tolle Heimat zu bieten hat.“

Bürgerbus verbindet

Tafeln informieren heute über den geschichtlichen Hintergrund der Siedlung. Zudem gibt es Nachbarschaftshilfe und Waffelverkauf für die Flutopfer: „Sie packen mit an, gehen neue Wege und entwickeln Ideen“, gratulierte Birgit Tupat.

Herzliche Worte und ein Dankeschön gab es auch für den Bürgerbusverein. „Der Bürgerbus ist nicht nur Transportmittel, sondern auch Gemeindebotschafter“, so Birgit Tupat. Man stelle sich vor, dass ältere Bürger keinerlei Zugang zu Mobilität hätten. Soziale Isolation. „Was machen Menschen ohne Auto in den kleinen Dörfern? Wie könnten sie am gesellschaftlichen Leben teilhaben? Danke, dass Ihr, liebe Fahrer, täglich alles gebt, um genau das zu verhindern.“

Auch interessant

Kommentare