Gemeinde will vor allem Schulden abbauen

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Die Entschuldungsstrategie ist ein ganz wesentlicher Eckpfeiler des Haushaltssanierungskonzeptes der Gemeinde. Kämmerin Gabriele Balzukat hat es im Entwurf für den Haushaltsplan 2014 noch einmal dargestellt und aktualisiert.

Das Problem der Gemeinde ist demnach, dass sie in der Vergangenheit zunehmend Kredite aufnehmen musste, um überhaupt finanziell liquide zu bleiben. Langfristige Kredite seien so lange unproblematisch, wie sie aus der laufenden Verwaltungstätigkeit bedient werden könnten, erklärt Gabriele Balzukat. Nachrodt-Wiblingwerde müsse Zinsen und Tilgung jedoch schon seit geraumer Zeit durch Liquiditätskredite finanzieren.

Wesentliche Ziele des Konsolidierungsprogramms seien deshalb der Abbau der Liquiditätskredite und die Rückführung der Langfristkredite. Für das nächste Jahr rechnet die Kämmerin noch mit Zinsen in Höhe von 52 000 Euro für Liquiditätskredite und von 175 000 Euro für langfristige Kredite. Was Liquiditätskredite angeht, erwartet sie für 2014 einen letztmaligen Anstieg auf 5,45 Millionen Euro, danach sollen die Zinsaufwendungen dafür bis 2020 auf Null heruntergefahren werden. Nach Balzukats Kalkulation sollen dann sogar schon wieder rund 3,4 Millionen Euro liquide Mittel vorhanden sein.

Auf Langfristkredite wird die Gemeinde dagegen nach Einschätzung der Kämmerin noch längere Zeit angewiesen sein. Aktuell muss Nachrodt-Wiblingwerde hier gut 3,9 Millionen Euro zurückzahlen. Balzukat rechnet damit, dass der Schuldenstand bis 2021 auf 3,3 Millionen Euro reduziert werden kann, wodurch die Zinslast auf 144 000 Euro sinken würde.

Erreicht werden sollen diese Ziele durch verschiedene Maßnahmen, von denen einige schon umgesetzt worden sind, andere noch folgen sollen. Insbesondere bei den Personalkosten könnte durch die interkommunale Zusammenarbeit mit Altena und durch andere Maßnahmen noch gespart werden. Auch das Land greift der Gemeinde unter die Arme, indem es bis 2021 eine Konsolidierungshilfe in Höhe von insgesamt 3,9 Millionen Euro zahlt.

Gabriele Balzukat ist aber durchaus bewusst, dass es auf dem Weg zu einem ausgeglichenen Haushaltsplan auch Rückschläge geben kann. Ein Beispiel dafür ist das laufenden Jahr: Vor ziemlich genau einem Jahr hatte sie für 2013 noch mit einem Defizit von 2,27 Millionen Euro gerechnet, mittlerweile muss sie von 2,88 Millionen Euro ausgehen. Dieses Haushaltsloch möchte sie innerhalb der nächsten zwölf Monate um fast eine halbe Million Euro verkleinern, 2015 soll das Defizit dann sogar schon auf 520 000 Euro schrumpfen. Schwarze Zahlen hofft sie erstmals 2016 wieder schreiben zu können. Dann soll das Jahresergebnis mit 8250 Euro wieder knapp im positiven Bereich liegen. Danach soll es stetig bergauf gehen: Für das Jahr 2021 rechnet die Kämmerin mit einem Plus von fast 982 000 Euro. Doch die Prognose ist, auch darauf weist Balzukat hin, mit Vorsicht zu genießen. Externe Rahmenbedingungen wie die gesamtwirtschaftliche Entwicklung können mühsam erreichte Verbesserungen wieder zunichte machen. Ein Beispiel dafür liefert das Jahr 2013: Das voraussichtlich um rund 600 000 Euro höhere Defizit resultiert ganz wesentlich aus geringeren Gewerbesteuereinnahmen. Anstatt der erwarteten 1,92 Millionen Euro werden bis zum Ende dieses Jahres wohl nur wenig mehr als 1,4 Millionen Euro auf das Konto der Gemeinde fließen. - Von Volker Griese

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