Hauptschule wird zum Auslaufmodell

In der Sekundarschule sollen die Kinder demnächst bis zum 6. Schuljahr gemeinsam lernen.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Der Rat der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde hat am Montagabend einstimmig beschlossen, die Albert-Schweitzer-Hauptschule zum 31. Juli 2012 aufzulösen und anschließend jahrgangsweise auslaufen zu lassen; gleichzeitig soll zum 1. August 2012 gemeinsam mit der Stadt Altena eine Sekundarschule gegründet werden.

Damit folgte der Rat erwartungsgemäß dem Vorschlag der Gemeindeverwaltung. Die Sekundarschule soll demnach das erste Produkt der interkommunalen Zusammenarbeit mit der Nachbarstadt werden.

Vor der Abstimmung hatten sich die Sprecher aller drei Fraktionen noch einmal für die neue Schulform ausgesprochen, die Haupt- und Realschule ablösen soll. Für die CDU sei auch wichtig, dass die Immobilie am Holensiepen, in der jetzt die Albert-Schweitzer-Hauptschule untergebracht ist, weiter genutzt werde, sagte CDU-Ratsherr Lars Wygoda. Dort sollen die Jahrgänge 5 und 6 der Sekundarschule untergebracht werden. Allerdings solle angestrebt werden, diesen Standort länger als die im Beschlussvorschlag genannten fünf Jahre zu halten, regte Wygoda an.

Auch SPD-Fraktionschefin Susanne Jakoby begrüßte, dass Nachrodt-Wiblingwerde mit dem Teilstandort der Sekundarschule weiterhin über eine weiterführende Schule verfüge. Sie bezeichnete den Schritt als zukunftsorientiert, auch weil die neue Schulform den Kindern die Möglichkeit gebe, länger gemeinsam zu lernen. „Die Investition in die Sekundarschule ist gut angelegtes Geld“, sagte Jakoby.

Der UWG-Fraktionsvorsitzende Johannes Illerhaus äußerte sich erleichtert, dass mit der in der Elternbefragung erreichten Zustimmung zur Sekundarschule „die erste Hürde genommen“ worden sei. Zwar gebe es bei den Eltern noch viele Fragen, aber die könnten bis zum endgültigen Anmeldetermin im Februar auch noch beantwortet werden. Wichtig sei nun, dass die Schule ihren Betrieb aufnehmen könne. „Wenn es einmal läuft, wird das ein Selbstläufer“, war Illerhaus überzeugt.

Bis die Sekundarschule im Sommer an den Start gehen kann, müssen aber noch mindestens 75 Eltern ihr Kind für das dreizügige fünfte Schuljahr anmelden. Kämmerin Gabriele Balzukat gab sich aber am Montag zuversichtlich, dass das erreicht werden kann, nachdem sich auch die Schulkonferenz der Albert-Schweitzer-Hauptschule einstimmig für die neue Lösung ausgesprochen habe. Endgültige Sicherheit haben Nachrodt-Wiblingwerde und Altena aber erst nach der Anmeldephase, die möglichst früh, eventuell schon am 10. Februar, beginnen soll. Damit soll Eltern die Möglichkeit offen gehalten werden, ihre Kinder noch an anderen Schulen unterzubringen, sollte die erforderliche Schülerzahl für die Sekundarschule doch nicht erreicht werden. Dass insbesondere aus der Doppelgemeinde Schüler zu Sekundarschulen in der Nachbarschaft abwandern, glaubt Gabriele Balzukat nicht: „Iserlohn und Hohenlimburg haben bis jetzt noch keinen Antrag auf Einrichtung einer Sekundarschule gestellt – und die Frist läuft am Mittwoch ab“, wusste sie. ▪ vg

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