Hauptschüler machen überraschende Erkenntnisse

An einer CNC-Fräse bearbeiteten die Hauptschüler im Info-Bus der Metall- und Elektroindustrie zusammen mit Diplom-Ingenieur Claudio Schmickler einen Metallblock.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ „Die Regeln sind wie beim ,Haus vom Nikolaus': Keine Linie doppelt ziehen und nicht absetzen“, erklärte Claudio Schmickler den Achtklässlern der Albert-Schweitzer-Hauptschule, wie sie eine CNC-Fräse programmieren müssen. Ihre Aufgabe: Die Ziffer Acht in einen Metallblock fräsen.

Die Szene hat sich nicht etwa im Werkunterricht abgespielt, sondern im Info-Bus der Metall- und Elektroindustrie, der am Mittwoch an der Hauptschule im Holensiepen Station gemacht hat. Diplom-Ingenieur Claudio Schmickler und Berufsberater Klaus Bräu erwarteten darin die siebten, achten und neunten Klassen der Albert-Schweitzer-Hauptschule. Ihr Ziel: Die Jugendlichen für die Berufe der Metall- und Elektroindustrie zu begeistern.

„Jeder Jugendliche ist grundsätzlich für etwa 30 Berufe geeignet“, betonte Klaus Bräu, der bedauert, dass sich Berufseinsteiger oft nicht über die Vielfalt der Möglichkeiten im Klaren sind. Durch die Möglichkeit, die Tätigkeiten in 26 verschiedenen Berufen im Info-Bus auszuprobieren, wollten Bräu und Schmickler die Jugendlichen faszinieren. Dabei machten die Mädchen und Jungen überraschende Erkenntnisse, zum Beispiel, dass der Rohling einer Colaflasche nicht viel größer als ein Reagenzglas ist, oder dass eine ziemlich unscheinbare Metallplatte das Ausgangsmaterial für eine Spraydose ist. Um solchen und vielen anderen Produkten das allseits bekannte Aussehen zu geben, sind Maschinen nötig, und diese Maschinen müssen von Menschen entwickelt, programmiert und bedient werden. Genau das geschieht in den verschiedenen Berufen der Metall- und Elektroindustrie – durch Elektroniker, Konstruktionsmechaniker, Maschinen- und Anlagenführer, Mechatroniker, Verfahrens- oder Werkzeugmechaniker.

Linktipp:

Informationen über die Berufe der Metall- und Elektroindustrie gibt es hier!

Mit den Siebt- und Achtklässlern gingen Claudio Schmickler und Klaus Bräu am Mittwoch eher grundsätzliche Fragen an: Welche Berufe kann man überhaupt erlernen? Welche Voraussetzungen muss man mitbringen? Den Neuntklässlern gaben die beiden Berater dann auch schon Tipps für die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz. Dazu gehörte zum Beispiel der Hinweis, dass größere Unternehmen immer öfter eine Bewerbung per E-Mail verlangen und dass auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz ein Praktikum manchmal hilfreich sein kann. Eine im Info-Bus installierte Datenbank gab den Jugendlichen außerdem Hinweise auf Unternehmen, die in Berufen der Metall- und Elektroindustrie ausbilden.

Für den größten Industriezweig Deutschlands sind die Info-Busse – neun Fahrzeuge sind bundesweit im Einsatz – auch eine gute Möglichkeit, sich die Fachkräfte der Zukunft zu sichern, denn die Branche leidet unter Nachwuchsmangel. „Manche Betriebe haben einfach nicht genügend Bewerbungen, um ihre Ausbildungsplätze zu besetzen“, klagte Klaus Bräu. Dabei biete die Metall- und Elektroindustrie interessante Berufe mit Zukunft. „Wir brauchen zum Beispiel Leute für die Entwicklung von Anlagen für erneuerbare Energien“, nannte der Berater nur ein Beispiel für berufliche Möglichkeiten. ▪ Volker Griese

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