Vereine sollen jetzt zahlen

Auch der TV Wiblingwerde - hier sein Zumba-Kurs - zählt zu den Vereinen, die für die Sporthallen künftig zahlen sollen.

NACHRODT-W‘WERDE ▪ Wäre es nur nach der Gemeindeverwaltung gegangen, würden die Sportvereine und sonstigen Nutzer der gemeindlichen Sportstätten ab Januar noch kräftiger zur Kasse gebeten. Glückliche Umstände haben nun dazu geführt, dass die Gebühren für die Sportstättennutzung nicht ganz so happig ausfallen.

Sechs verschiedene Modellrechnungen hatte die Gemeindeverwaltung aufgestellt und sich außerdem mit dem Gemeindesportverband auseinandergesetzt, um zu einer Lösung zu kommen, die einerseits der Gemeinde die dringend benötigten zusätzlichen Einnahmen beschert, andererseits aber für die Vereine noch verträglich ist. Je nach Berechnung – es waren unterschiedliche Stundensätze für die verschiedenen Hallen und verschiedene Sätze für Kinder und Jugendliche angesetzt worden – variierten die Zahlungen, die die Vereine und sonstigen Benutzer zu leisten hätten, zwischen knapp 15 600 Euro und rund 31 500 Euro pro Jahr. Die Verwaltung hatte dem Hauptausschuss, der sich am Dienstagabend mit dem Thema auseinandersetzte, zunächst vorgeschlagen, die für die Gemeinde finanziell einträglichste Variante zu favorisieren. In diesem Fall hätte es keine Ermäßigungen für die Nutzung durch Kinder und Jugendliche gegeben, die Vereine hätten beispielsweise für die Nutzung der Lennehalle 8,50 Euro pro Stunde, für die übrigen Turnhallen und das Wilhelm-Mestekämper-Stadion 3,50 Euro pro Stunde bezahlen müssen.

Nachdem das Innenministerium nun in der vergangenen Woche eine um jährlich 82 000 Euro höhere Finanzbeihilfe aus dem Stärkungspakt angekündigt hatte (wir berichteten), schwenkte die Verwaltung in der Sitzung am Dienstagabend um. Unter diesen neuen Voraussetzungen könne sie auch die Berechnungsvariante mit halber Nutzungsgebühr für Kinder und Jugendliche vorschlagen, ließ Bürgermeisterin Birgit Tupat die Ausschussmitglieder wissen.

Dieser Vorschlag, durch den die jährlichen Belastungen für die Vereine um gut 5500 Euro sinken, fand auch die mehrheitliche Zustimmung des Hauptausschusses. CDU-Fraktionschef Peter Herbel und UWG-Sprecher Hans Jürgen Hohage sprachen sich ohne Vorbehalte für diese Berechnungsvariante aus. Auch die SPD-Fraktionsvorsitzende Susanne Jacoby signalisierte Zustimmung, verhehlte jedoch nicht, dass ihrer Fraktion eine vollständige Gebührenbefreiung für Kinder und Jugendliche noch lieber gewesen sei. Nur CDU-Ratsherr Stefan Herbel lehnte das Konzept rundheraus ab: Die von den Vereinen eingebrachten Vorschläge seien in keiner Weise berücksichtigt worden, bemängelte er.

Folgt nun am 17. Dezember auch der Rat dem neuen Vorschlag der Verwaltung, müssen beispielsweise der TuS Nachrodt-Obstfeld jährlich rund 7300 Euro und der TV Wiblingwerde etwa 6700 Euro für die Benutzung der diversen Sportstätten zahlen. Die SpVgg. Nachrodt wird dann mit knapp 4400 Euro zur Kasse gebeten, vom TC Blau-Gold Einsal wird die Gemeinde rund 1200 Euro kassieren. Die doppelte Nutzungsgebühr müssen übrigens alle Benutzer zahlen, die nicht dem Gemeindesportverband angehören. Das sind beispielsweise die Türkisch-islamische Gemeinschaft, die Christliche Versammlung Wiblingwerde, die Volkshochschule und das Seca-Haus. Und auch für Schulen und die Freiwillige Feuerwehr fallen Nutzungsgebühren an. Die werden allerdings im Gemeindehaushalt intern verrechnet.

Und auch darauf wies die Verwaltung hin: Alle Nutzer können die Gebührenzahlung selbst ermäßigen, wenn sie Eigenleistungen erbringen. ▪ Von Volker Griese

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