Hobby-Bildhauer Clever möchte gern ausstellen

Miss Elli und Mister Hopp umrahmen ihren Schöpfer: Die Namen hat den beiden Figuren Hans-Peter Clevers Enkelin Pia gegeben. Dem Künstler ist es wichtig, dass auch Kinder Spaß an seinen Figuren haben. Foto: Ina Hornemann

Nachrodt-Wiblingwerde - Der Winter war mild und das Brennholz schon geliefert. Hans-Peter Clever nahm die großen Scheite in die Hand und war überrascht, welch gute Qualität ihm da geliefert worden war. Ein paar Schnitte mit der Motorsäge förderten starke Kunstwerke zu Tage. Jetzt sucht der Inhaber des Nachrodter Edeka-Markts großflächige Ausstellungsräume für seine Skulpturen und Gemälde.

Dass die Mußestunden am knisternden Kamin ausfallen mussten, machte dem umtriebigen Unternehmer keinen Kummer. Still sitzen, das kann Gattin Helga bestätigen, ist nicht sein Ding.

Nachdem Clever seinen letzten Malzyklus beendet hatte, reizte ihn die Bildhauerei. Im großen Hobbykeller, der ohnehin schon mehr einer Kunstgalerie gleich kommt, entstanden meist humanuid inspirierte Figuren, die viel vom Schalk im Nacken des Künstlers widerspiegeln.

„Ich arbeite das aus, was mir gerade in den Sinn kommt“, erklärt Hans-Peter Clever. Obwohl sie das Tageslicht noch nie gesehen hat, ist seine Skulptur „Der kopflose Nick“ schon eine Berühmtheit: Den Namen gaben der überlebensgroßen menschlichen Skulptur Freunde aus der Facebook-Community. Eigentlich aber ist es Enkelin Pia (6) vorbehalten, den Kunstwerken Namen zu geben. Dem hölzernen Pärchen auf dem Treppenabsatz gab der jüngste Fan der Cleverschen Kunst den Titel „Mister Hopp und Miss Elli“.

Dass auch Kinder an seiner Kunst Spaß haben, ist Hans-Peter Clever wichtig. Furchteinflößende Fratzen – auch die entstehen manchmal – werden durch geschickte Farbgebung entschärft. Auch dafür, dass „Nick“ noch keinen Kopf hat, hat der Künstler eine Erklärung: „Er sucht noch nach dem, der zu ihm passt“, erklärt Clever lachend.

"Der kopflose Nick" ist durch Facebook schon berühmt geworden. Hätte er einen Kopf, würde er kaum in den Hobbykeller passen.

Nur selten entstehen die Skulpturen aus einem einzigen Stück Holz. Massive Schrauben halten ihre einzelnen Körperteile zusammen und lassen so Raum für Flexibilität. „Es muss nicht alles aus Holz sein. Auch mit Metall lässt sich manche Idee ganz schön umsetzen.“

Die Kunst des in Halver lebenden Geschäftsmanns verführt zum Berühren. Manches Objekt, wie das einem Kinderfahrzeug nachempfundene Gefährt, verlockt gar zum Spielen. Damit der Kunst nichts passiert, hat Clever sie gut präpariert: Eine ganze Holzwurm-Generation hat er ausgerottet und zum Schutz der Skulpturen hat er sie gut mit Öl lasiert. Bis zu 14 Liter hat er pro Skulptur aufgetragen, damit sie nicht berührungsempfindlich sind und auch der Witterung standhalten. „Draußen überleben sie auch einen harten Winter“, ist der Künstler sicher.

Für die Ausstellung, die Hans-Peter Clever gern mal im Nachrodt-Wiblingwerder oder Altenaer Raum zeigen würde, sucht er aber ein Dach über den Köpfen seiner Figuren. Damit sie wirken, braucht es Platz und idealerweise auch Licht. Im kleinen Rahmen hat der Künstler auch schon im Edeka-Markt ausgestellt. Seine Bilder hängen dort über den Köpfen der Kundschaft, für Skulpuren ist zwischen Gemüse- und Fleischtheken, Warenregalen und Tiefkühltruhen aber kein Platz. Deshalb hofft Clever darauf, dass sich Inhaber möglicher Ausstellungsflächen mal bei ihm melden für einen Besichtigungstermin.

Hohe Kosten entstehen dem Künstler bei der Ausübung seines Hobbys Bildhauerei übrigens nicht: Freunde und Bekannte decken ihn gern mit Holz- und Farbresten ein, für die es keine weitere Verwendung mehr gibt. Auch der weitere Künstlerbedarf reißt kein großes Loch in die Kasse: Zum Schutz der Skulpturen verwendet Clever Rapsöl. „Das ist gut und günstig“, sagt er augenzwinkernd. - Ina Hornemann

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