Hans-Jürgen Weiß hat eine ansteckende Leidenschaft

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Der 67-jährige Hans-Jürgen Weiß sammelt Anstecknadeln von westfälischen Fußballvereinen, aber auch noch vieles andere, wie man im Hintergrund erkennen kann. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Hans-Jürgen Weiß ist viel herumgekommen: Jahrzehntelang war der Wiblingwerder als Sportredakteur einer Hagener Zeitung auf den Fußballplätzen in der Region unterwegs. Das hat ihm geholfen, eine ganz besondere Sammlung aufzubauen.

Fein säuberlich hat Weiß die Andenken an viele Fußballspiele und Vereine in Aktenordnern abgelegt: Anstecknadeln, die die Klubs an verdiente Mitglieder oder einfach an ihre Fans ausgeben. 28 passen auf ein Din-A4-Blatt, sortiert nach den 34 Kreisen im Fußballverband Westfalen. Die meisten Nadeln hat Weiß in den Fußballkreisen Hagen und Lüdenscheid gesammelt, vereinzelte bis gar keine Souvenirs hat er aus den weiter östlich gelegenen Regionen wie Minden oder Detmold.

Auf die Idee, Anstecknadeln von Fußballvereinen zu sammeln, ist Hans-Jürgen Weiß, der nebenbei auch noch Utensilien der Iserlohner Brauerei, Briefmarken, Münzen und Papiergeld aus fernen Ländern, alte Fotoapparate, Bierdosen und vieles mehr sammelt, vor mehr als 30 Jahren gekommen. „Durch meine berufliche Tätigkeit hatte ich Kontakt zu vielen Vereinen. Da habe ich immer mal wieder nachgefragt. Außerdem nehmen solche Nadeln ja auch nicht viel Platz in Anspruch“, berichtet der Wiblingwerder, wie er von dem Sammelfieber infiziert worden ist. Zwei Nadeln hat ihm der SV Hohenlimburg 10, wo er selbst auch etwa 20 Jahre aktiv gespielt hat und noch heute Mitglied ist, für langjährige Treue verliehen. Alle anderen Exemplare hat er im Laufe vieler Jahre zusammengetragen, und hinter so mancher Nadel steckt auch eine Geschichte. „Das teuerste Stück in meiner Sammlung ist die Nadel des SV Ottfingen“, erzählt der Sammler. Damals sei er in dichtem Schneetreiben zu einem Spiel auf dem Sportplatz Am Siepen gefahren – um dann vor Ort zu erfahren, dass das Spiel ausfallen muss. „Weil ich einmal da war, habe ich eben nach einer Vereinsnadel gefragt. Die habe ich auch bekommen, allerdings für 15 Mark“, erinnert sich Weiß.

Mein Hobby

Haben auch Sie ein spannendes, interessantes oder ungewöhnliches Hobby, das Sie gerne mit anderen Lesern teilen möchten? Kennen Sie jemanden aus Nachrodt-Wiblingwerde, der eine besondere Sammelleidenschaft hat? Dann melden Sie sich doch bitte in der Lokalredaktion des Altenaer Kreisblatts: telefonisch unter 02352/918723 oder per E-Mail: ak-nachrodt@mzv.net

Solch hohe Preise zahlt er für die Erinnerungsstücke üblicherweise nicht. Wenn er sie nicht sogar als Geschenk mitnehmen kann, verlangen die Vereine zwischen zwei und fünf Euro dafür. Manchmal kann Weiß auch mit anderen Sammlern tauschen. So hatte er einmal einen Tauschpartner in der früheren DDR. Durch den Schiedsrichter aus Karl-Marx-Stadt konnte er einige Nadeln von den Vereinen des Deutschen Fußball-Verbandes ergattern. „Irgendwann hatten wir aber keine Tauschobjekte mehr, dann ist das eingeschlafen“, erzählt der gebürtige Thüringer.

Andere Tauschpartner hat Weiß in Menden und Hillmicke. Und auch davon kann er eine Geschichte erzählen: Der frühere Vorsitzende des SV Blau-Weiß Hillmicke, Josef Engel, zeigte ihm einmal eine Nadel, deren Herkunft er selbst nicht bestimmen konnte. Für Hans-Jürgen weiß war es kein Problem, denn er hatte selbst ein solches Exemplar in seiner Sammlung. „Die war von Union Haspe“, wusste er sofort, dass sie von dem Verein stammte, der schon 1956 mit dem FC Harkorten zum Hasper SV fusioniert hatte.

Seltenes Stück: Anstecknadel der Sportfreunde Lüdenscheid.

Und dann ist da auch noch die Geschichte von der Nadel, die er nicht bekommen hat. Anfang der 80er Jahre hat sie sich zugetragen. „Da habe ich bei Fortuna Hagen nachgefragt. Ich hätte auch eine Nadel bekommen können, allerdings sollte ich als Gegenleistung dafür in der Zeitung positiv über den Verein berichten“, erzählt Weiß. Das ging gegen sein Journalistenethos. Die Nadel hat er bis heute nicht.

Wieviele Anstecknadeln er schon gesammelt hat, weiß Hans-Jürgen Weiß selbst nicht genau. „So an die 300 müssten es sein“, sagt der 67-Jährige. Bei den rund 2400 im zweitgrößten DFB-Landesverband organisierten Vereinen weist seine Sammlung also noch so manche Lücke auf. Die eine oder andere würde er liebend gerne schließen. Dazu gehört die des RSV Höh, des früheren Lüdenscheider Vereins, der 1971 mit den Sportfreunden 08 zum neuen Großverein Rot-Weiß Lüdenscheid fusionierte.

Überhaupt hat sich Weiß, der inzwischen den berufliche Ruhestand genießt, vorgenommen, seine Nadelsammlung weiter auszubauen. Zwar will er sich weiterhin auf den westfälischen Raum beschränken, aber gezielt auch die vielen unterklassigen Vereine ansprechen. „Ich bin auch bereit, für eine Nadel zu bezahlen“, sagt Weiß. So viel Geld wie seinerzeit in Ottfingen möchte er allerdings nicht wieder ausgeben. ▪ vg

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