Handel mit falschen Tüv-Plaketten fliegt auf

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Weil sie einem Autobesitzer mit einem gefälschten Stempel zu einer Tüv-Plakette verholfen hatten, sollten sich Donnerstagmorgen zwei Männer aus Nachrodt-Wiblingwerde vor dem Amtsgericht Altena verantworten.

Schon im vergangenen Jahr wurden am Amtsgericht in Altena mehrere Fälle der Urkundenfälschung verhandelt. Gemeinsamer Tenor dieser Prozesse: Betrug bei der Tüv-Prüfung. Scheinbar aus Sorge, dass ihr Fahrzeug eine ordnungsgemäße Sicherheitsüberprüfung durch den Tüv nicht überstehen würde, wandten sich die Besitzer an verschiedene Männer, die mit Autos mit auswärtigen Kennzeichen vorgefahren waren. Diese boten ihnen an, sich in einer anderen Werkstatt um die Tüv-Prüfung zu kümmern, und kassierten dafür ab. Zurück kamen die Autos mit gefälschten Tüv-Berichten und -stempeln.

Die Besitzer mussten sich allerdings später wegen Urkundenfälschungen vor Gericht verantworten. Zwar lag der Mittelpunkt der Taten im letzten Jahr in Werdohl, doch ganz offensichtlich schwappte diese Methode, an die Tüv-Plakette zu gelangen, auch nach Nachrodt-Wiblingwerde über.

Donnerstagmorgen hätten sich wegen des Vorwurfs einer solchen Urkundenfälschung zwei Männer aus Nachrodt-Wiblingwerde eigentlich am Amtsgericht Altena einfinden müssen, doch nur einer, ein 33-Jähriger, erschien zum anberaumten Termin. Der andere (28) fehlte trotz ordnungsgemäßer Ladung ohne Entschuldigung.

Die beiden sollen das Auto eines Zeugen an einem Tag im Zeitraum zwischen Juli 2010 und Januar 2011 mit dem Versprechen entgegengenommen haben, sich um die Tüv-Prüfung zu kümmern. In einer Iserlohner Werkstatt erhielten sie dann offenbar von einem Dritten einen gefälschten Tüv-Stempel in die Papiere des Wagens gedrückt.

Das Verfahren gegen den 33-Jährigen wurde nach kurzer Verhandlung eingestellt. Für den abwesenden 28-Jährigen kann es bei einem weiteren Termin aber richtig bitter werden. Denn Richter Dirk Reckschmidt erließ einen Haftbefehl gegen ihn. Zudem stehen noch zwei weitere Verfahren gegen den Angeklagten im Raum. Im Oktober letzten Jahres soll er mit einem Opel auf der Opperhusener Straße unterwegs gewesen, als ihn die Polizei anhielt. Der 28-Jährige besaß allerdings keinen gültigen Führerschein und hatte obendrein auch noch jeweils rund drei Gramm Marihuana und Amphetamine in der Tasche. Diesen drei Vorwürfen wird er sich durch die „Unterstützung“ der Altenaer Polizei beim nächsten Termin am Amtsgericht auf jeden Fall stellen müssen. ▪ GrAn

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