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„Hallo Mama“: Betrüger erbeuten viel Geld

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Betrüger sind immer wieder mit WhatsApp-Nachrichten erfolgreich, auch in Nachrodt
Betrüger sind immer wieder mit WhatsApp-Nachrichten erfolgreich, auch in Nachrodt © Fabian Sommer

Die Polizei warnt immer wieder eindringlich vor der „Hallo Mama“-Masche. Und doch haben WhatsApp-Betrüger mit genau dieser Masche am Montag in Nachrodt-Wiblingwerde gleich zweimal richtig abkassiert und jeweils einen vierstelligen Geldbetrag erbeutet.

Nachrodt-Wiblingwerde – Mit den Worten „Hallo Mama“ beginnen die Betrüger in der Regel ihre Dialoge mit möglichen späteren Opfern „Massenhaft an Nutzer des Messengerdienstes WhatsApp verschickt, erreicht die anonyme Botschaft doch immer wieder treusorgende Mütter“, so die Polizei. Frauen im Alter zwischen 50 und 70 Jahren seien die Hauptzielgruppe der Betrüger. „Aber es gibt auch die ,Hallo-Papa’-Variante“, sagt MK-Polizeisprecher Christof Hüls. „Die Täter sprechen die Generation mit erwachsenen Kindern an. In ihrer Message erklären die Betrüger, dass sie eine neue Handynummer hätten – weil das alte Telefon kaputt sei. Sie bitten um Hilfe, weil ganz dringend eine Rechnung bezahlt werden müsse.“

Hohe vierstellige Beträge überwiesen

In dieser Woche gab es laut Mitteilung der Polizei im Märkischen Kreis bereits mehrere solcher Fälle in der Region, in denen die Mütter, ohne jedes Misstrauen, hohe vierstellige Geldbeträge überwiesen haben. In Nachrodt-Wiblingwerde waren es am Montag eine 72-Jährige und ein Ehepaar (Ende 60). Mehrere Personen in Altena, Iserlohn, Meinerzhagen und Plettenberg stuften die Textnachricht als Betrug ein und erstatteten Anzeige bei der Polizei, ohne Geld zu zahlen.

Geld auf ein Konto in Litauen

Das Ehepaar aus Nachrodt überwies am Morgen – vermeintlich auf Bitten ihres Kindes – eine hohe Geldsumme auf ein Konto in Litauen. Erst nach der Überweisung schöpften sie Verdacht und versuchten bei ihrer Bank, die Überweisung noch zu stoppen. Da war es allerdings schon zu spät. Anschließend erstatteten sie Anzeige auf der Altenaer Polizeiwache.
Noch einmal deutlich höher war der Betrag, den die 72-Jährige aus der Doppelgemeinde am Nachmittag vermeintlich im Auftrag ihrer Tochter überwies. „Angeblich sollte sie eine offene Rechnung bei einem großen deutschen Elektronikmarkt zahlen. Dass als Empfänger ein Privatname und ein litauisches Konto angegeben waren, erregte auch in diesem Fall keinen Verdacht“, so Polizeisprecher Hüls. Die Seniorin ging zu ihrer Bank und gab den Überweisungsauftrag ab. Auch sie bemerkte den Betrug erst im Nachhinein und versuchte, die Transaktion zu stoppen – ebenfalls vergeblich. Am Abend informierte sie die Polizei und erstattete Anzeige.

Polizei: „Keinesfalls blind überweisen“

„Dabei wäre es so einfach, die Betrüger zu entlarven“, sagt Christof Hüls. „Durch einen Anruf auf der alten Nummer des Sohnes oder der Tochter, die angeblich nicht mehr gilt. Vor einer telefonischen Rücksprache sollten Eltern keinesfalls blind Geld auf fremde Konten überweisen – schon gar nicht auf Auslandskonten

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