"Entscheidung nach Gutsherren-Art"

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Volker Kückelhaus sieht die Bürger vom Hallenscheid/Kreinberg benachteiligt.

Nachrodt-Wiblingwerde - Manchmal sind sie langatmig, aber nie langweilig, die Nachrodt-Wiblingwerder Sitzungen der Kommunalpolitiker. Im Planungs- und Bauausschuss war zwar grundsätzlich nichts Spannendes auf der Tagesordnung – doch dann kam die „Ansage“ von Volker Kückelhaus. Er nämlich „wusch“ den Vertretern von CDU, SPD und UWG ordentlich den Kopf und nutzte die Gelegenheit, die geplante Aufgabe des Hallenscheider Weges den Entscheidern um die Ohren zu hauen. Und nicht nur das.

Fakt ist: Die Bürger vom Hallenscheid und Kreinberg fühlen sich im Stich gelassen. Und von der Politik schlecht behandelt. Wie das AK berichtete, soll der Hallenscheider Weg zwar weiterhin befahrbar sein, aber im Grunde „aufgegeben“ werden. Eine Sanierung der Straße ist nicht mehr vorgesehen. Stattdessen soll die Zufahrt Kreinberg reichen. Dagegen protestiert Volker Kückelhaus. „Wir lassen von unserem Betrieb monatlich den Mist von einem holländischen Unternehmer abholen. Mit einem Motorwagen und einem Anhänger kann er den Hallenscheider Weg befahren. Dies ist über den Kreinberger Weg nicht möglich. Der Engpass am Fischteich und in der Spitzkehre die Abbiegung zum Eickhof verhindern ein Fahren mit diesem Spezialfahrzeug“, so Kückelhaus. Und folgerte: „Offensichtlich wurde die Entscheidung, den Hallenscheider Weg vom Straßennetz abzukoppeln, nicht sorgfältig abgewogen, sondern nach Gutsherrenart getroffen.“ Für den Gemeindebezirk Wiblingwerde Ost sei dies leider kein Einzelfall. Auch bei der Höchstspannungsleitung habe man der Alternativtrasse Wiblingwerde-Ost den Vorzug vor der Trasse zwischen dem Wohngebiet Niggenhuser Hof/Harpkestraße und entlang der Wohnbereiche „Über dem Dorfe/Kolpingstraße“ gegeben. „Nun hat die Medaille zwei Seiten: Wiblingwerde wird entlastet, der Bereich Hallenscheid-Kreinberg aber belastet. Und die Belastung für diesen Bereich ist ungleich höher“, sagt Volker Kückelhaus. Die bisherigen Beschlüsse des Gemeinderates zeigen nach Ansicht von Volker Kückelhaus sehr deutlich, dass die Bürger im Bereich Hallenscheid/Kreinberg deutlich benachteiligt werden. „Die geplante Höchstspannungsleitung über die Trasse Wiblingwerde-Ost muss wohl so kommen, die Aufgabe des Hallenscheider Weges darf nicht kommen. Es geht nicht darum, einen Weg auszuwählen, der aufgegeben wird. Es geht darum, den Bürgern die vorhandene Infrastruktur zu erhalten“, so Kückelhaus. Er steht übrigens nicht alleine da. Auch Gernot Rescher meldete sich in der AK-Redaktion. „Während sich der Verein Wiblingwerde Spannungsfrei feiert, bricht woanders eine Welt zusammen.“ Auch wenn die Entscheidung der Firma Amprion, die Ostvariante der Stromtrasse zur Planfeststellung einzureichen, als Erfolg dargestellt würde, so solle doch nicht vergessen werden, dass auch bei dieser Variante Häuser, in denen Menschen leben (Becke), überbaut würden. „Da es sich dabei nur um wenige Anwohner handelt, wird die Gesundheit und Lebensqualität dieser Menschen hier mit Füßen getreten oder, was ich noch viel schlimmer finde, nicht einmal erwähnt“, so Gernot Rescher.

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