Hallenbad-Schließung leichter gesagt als getan

Der Sport- und Kulturausschuss besichtigte vor seiner Sitzung am Donnerstag die Sportstätten der Gemeinde. Unter anderem machten sich die Politiker ein Bild von den im vergangenen Jahr durchgeführten Baumaßnahmen in der Turnhalle Wiblingwerde.

[UPDATE] NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Nicht einmal eine halbe Stunde dauerte am Donnerstag die Beratung des Sport- und Kulturetats im dafür zuständigen Fachausschuss. Fast alles, was in den Zuständigkeitsbereich des Sport- und Kulturausschusses fällt, hängt von der Entscheidung des Rates über die von der Gemeindeprüfungsanstalt verordneten Sparmaßnahmen ab.

Der dickste Brocken im Bereich der Sportförderung ist zweifellos das Gartenhallenbad. Laut Haushaltsplan muss die Gemeinde den Betrieb in diesem Jahr mit fast 290 000 Euro subventionieren. Klar, dass ein solcher Zuschussbetrieb auf den Prüfstand kommen muss, wenn ein Haushaltsloch geschlossen werden muss. Doch so einfach, wie es auf den ersten Blick aussieht, scheint die Schließung des Bades nicht zu sein. Kämmerin Gabriele Balzukat stellte dar, dass Hallenbad, Turnhalle und Wilhelm-Mestekämper-Stadion eine energetische Einheit bilden: Auch bei einer Schließung des Gartenhallenbades müssten Heizung und Warmwasseraufbereitung weiter betrieben werden, um die angeschlossenen Räume weiter betreiben zu können. Folglich würde bei einer Schließung des Bades nur das Aufheizen des Badewassers entfallen.

Die Ausschussvorsitzende Annegret Klatt (UWG) gab zu bedenken, dass der Einspareffekt auch durch entstehende Schülerbeförderungskosten geschmälert würde. Schließlich müssten die Schüler dann zum Schwimmunterricht in einem anderen Schwimmbad transportiert werden. Das scheint aber nach Worten von Gabriele Balzukat nicht zwingend erforderlich zu sein. „Schulschwimmen muss nur in dem Rahmen angeboten werden, wie es die örtlichen Gegebenheiten ermöglichen“, sagte sie. Mit anderen Worten: Ist vor Ort kein Schwimmbad vorhanden, kann der Schwimmunterricht ausfallen.

Ein weiteres Thema war die Gemeindebücherei. Rund 110 000 Euro muss die Gemeinde in diesem Jahr zuschießen, weil eine Kanalsanierung für schätzungsweise 50 000 Euro ansteht. Doch auch in normalen Jahren liegt der Zuschussbedarf zwischen 50 000 und 60 000 Euro. Und das für gerade einmal 170 regelmäßige Benutzer der Bibliothek, wie Kämmerin Gabriele Balzukat auf Nachfrage erklärte. Ob die Bücherei unter diesen Bedingungen noch zu halten ist, darf sicherlich in Frage gestellt werden. Die Gemeindeprüfungsanstalt hatte die Schließung der Einrichtung beziehungsweise die Kooperation mit der Bücherei der St. Josef-Kirchengemeinde angeregt. Auch darüber wird der Rat am 25. Juni entscheiden müssen. „Erst danach gehen die Überlegungen zur Zukunft dieses Gebäudes weiter“, skizzierte die Kämmerin am Donnerstag die weitere Marschroute.
Einen Tag später hat Kämmerin Gabriele Balzukat die Zahlen, die sie in der Sitzung des Sport- und Kulturausschusses für die Gemeindebücherei genannt hatte, korrigiert. Die neuen Zahlen zeichnen ein vollkommen anderes Bild von der Besucherfrequenz in der Bibliothek. Demnach hat die Bücherei 860 aktive Nutzer. Jährlich zählt sie rund 2000 Besuche und zwischen 17000 und 19000 Entleihungen. ▪ Volker Griese

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