Mit Sack und Pack jetzt auf der Straße

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Eigentlich ist ihnen nicht zum Lachen zumute: Die Mitglieder des „Brettken am drögen Pütt“ nutzten die Chance im Kulturausschuss, auf ihre heimatlose Situation aufmerksam zu machen.

Nachrodt-Wiblngwerde - Mit Sack und Pack auf der Straße steht das „Brettken am drögen Pütt“. Das Amateurtheater hat eine fristlose Kündigung für die Räume im Haus Hagener Straße 96 bekommen. Und gleich „hintendran“ die Aufforderung, das Haus nicht mehr zu betreten.

„Wie sollen wir denn dann die Sachen ‘rausräumen?“, fragten die Schauspieler während der Sitzung des Sozial- und Kulturausschusses. „Gemeint war nur das Erdgeschoss“, erklärte Bürgermeisterin Birgit Tupat. Die Kommunikation ist augenscheinlich nicht wirklich rund gelaufen.

Dank eines Antrags auf Erweiterung der Tagesordnung von SPD-Ratsherr Aykut Aggül zum Thema „Kulturarbeit in der Gemeinde“ kam die Situation für das Brettken auf „den Tisch des Hauses.“

Die Räume im Haus Hagener Straße 96 stehen für Vereine und Verbände nicht mehr zur Verfügung. Da gibt es zum einen den Wasserschaden (das AK berichtete) und zudem wurde nach einer Begehung festgestellt, dass im Dachgeschoss die Brandschutzbestimmungen nicht eingehalten werden. Ein Brandschutzingenieur des Märkischen Kreises war vor Ort.

Das Brisante am Rande: Die Wohnung im Dachgeschoss ist (war) an das Brettken vermietet. Die Begutachtung fand ohne Wissen des Mieters statt. „Hausfriedensbruch“, meinte Aykut Aggül.

Dies wollte aber niemand vertiefen, wohl aber die Tatsache, dass das Brettken nun auf der Kippe steht. Denn während man für die Flüchtlinge, die an der Hagener Straße 96 wohnten, eine neue Bleibe gefunden hat, und auch der Brückenkindergarten untergebracht werden konnte (jetzt im Jugendzentrum), gibt es keine Lösung für das Brettken, keine Lösung für die Unterbringung der Requisiten, keine Bühne, keinen Proberaum. Nach 43 Jahren im „Dienste der Gemeinde“ ein Trauerspiel.

Es war der neue Sozialausschuss-Vorsitzende Klaus-Dieter Jacobsen, der neue Denkrichtungen aufzeigte und einforderte. Wenn gemeindeeigene Gebäude immer weniger zur Verfügung stünden und gleichzeitig die Kirchen Gebäude aufgeben würden, solle man doch versuchen, zueinander zu kommen.

Aykut Aggül brachte das ehemalige evangelische Gemeindehaus an der Schillerstraße für das Brettken ins Gespräch.

Übrigens: Klaus-Dieter Jacobsen hat Großes vor, will in seiner Funktion den Sozial- und Kulturausschuss umkrempeln, ihn mit Themen wie Inklusion, Lenneradweg, Drobs, Digitalisierung füllen. „Wir müssen uns gedanklich in Bewegung setzen. Seien Sie kreativ“, forderte Jacobsen seine Mitstreiter auf. „Hier geht es nicht nur um Spielplätze.“

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