Gute Rahmenbedingungen für Wohnmobilstellplätze

Dirk Dunkelberg, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Toruismusverbandes.

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Immer mehr Kommunen entdecken Wohnmobilstellplätze als Möglichkeit zur touristischen Entwicklung. Dass dies ein Thema mit Perspektive ist, hat auch die Nachrodt-Wiblingwerder UWG entdeckt und über die politischen Gremien die Planung in die Wege geleitet.

Und auch eine Informationsveranstaltung zur Flankierung ihrer Ideen anberaumt. Am Montag kamen Bürger und auch Vertreter von UWG, CDU, des Fördervereins Gartenhallenbad in der Rastatt um sich über die Einrichtung eines solchen Platzes zu informieren. Um Klarheit über die Vor- und Nachteile zu bekommen hatte sich die UWG fachkundige Hilfe aus Bonn und Iserlohn geholt. Dirk Dunkelberg, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes (DTV) sowie Marianne Löhmann von der L.A.S.-GmbH referierten zu diesem Thema.

„Das Thema Wohnmobiltourismus ist aktueller denn je. Allein 2009 konnten 25,3 Millionen Übernachtungen gezählt werden. Das sind neun Prozent mehr als im vergangenen Jahr“, sagte Dunkelberg zu Beginn seines Vortrages. Die Umsätze im Bereich Camping seien daher konstant gewachsen. 2009 machte die Branche bundesweit einen Bruttoumsatz von 3 315,6 Millionen Euro. Davon profitieren würden in erster Linie das Gastgewerbe und der Einzelhandel. Insbesondere letztere seien dem Wohnmobiltouristen wichtig, da diese anstrebten, sich selbst zu versorgen. Insbesondere heimische Produkte seien meist sehr gefragt.

Bis vor kurzem wurde der Fahrradtourismus als eines der ausbauenswertesten Projekte in Deutschland gesehen. Mittlerweile habe der Wohnmobiltourismus die Nase vorn. Jedoch sind die Touristen auch anspruchsvoller geworden. „Aber die Wohnmobiltouristen sind auch bereit, für bessere Bedingungen mehr zu zahlen“, erklärte Dunkelberg. Insbesondere die Attraktivität des Stellplatzes und die Umgebung seien entscheidend. Gerade für Individualisten biete das Wohnmobil ideale Bedingungen. Die Touristen schätzen insbesondere die Unabhängigkeit. Trotzdem sei eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel von Vorteil. Die landschaftlichen Reize, gerade zum Wandern, machten die Gemeinde attraktiv. Auch die Nähe zum Ruhrgebiet, die Burg und andere naheliegende Sehenswürdigkeiten sprächen für die Umsetzung.

Wirtschaftlichkeitsprüfung wird empfohlen

Aber Dunkelberg warnte vor falschen Schritten: „Auf keinen Fall sollten Sie die Stellplätze umsonst anbieten. Normal ist ein Tagessatz zwischen 5 und 15 Euro. Wohnwagen sollten nicht zugelassen werden!“ Außerdem gelte es zu Bedenken, dass es sich bei den Stellplätzen um bauliche Anlagen handle, die einer Genehmigung bedürften. Außerdem müsse ein moderner Platz verschiedene Kriterien erfüllen. Neben der Barrierefreiheit sei oftmals die Größe ein Problem. Da die Mobile immer größer würden, umfasse die empfohlene Mindestgröße pro Stellplatz eine Länge von zehn Metern, eine Breite von fünf Metern, eine Höhe von vier Metern und sollte ein Gewicht von 7,5 Tonnen aushalten. Zusammenfassend rät Dunkelberg: „Ich würde Ihnen eine solche Einrichtung empfehlen, es ist ein wachsender Sektor, der hohe Umsätze generiert.“

Dennoch empfiehlt der Fachmann eine Wirtschaftlichkeitsprüfung durch einen externen Experten.

Sollte sich die Gemeinde für einen solchen Platz entscheiden, würden Sani-Stationen und Energiesäulen benötigt, um die Versorgung zu gewährleisten. Darüber klärte Marianne Löhmann von der L.A.S.-GmbH auf, die Firma vermarktet solche Geräte. „Wer einen Platz hat sollte über eine Wasserversorgung, eine Abwasserentsorgung und Stromanschluss verfügen. Mehr braucht der Platz nicht, da Wohnmobilisten ansonsten autark sind“, erklärt die Expertin. Das System überzeugte besonders im Punkt Hygiene und leichte Bedienung. „Personal ist in keiner Weise erforderlich“, so Löhmann. Insgesamt würde die Installation einer Sani-Station, sowie einer Energiesäule um 8000 Euro kosten.

Am Ende des Infonachmittags war die Stimmung positiv. „Wir wollen keine UWG-Stellplätze sondern Stellplätze für die Gemeinde“, erklärte Johannes Illerhaus von der UWG. Ulrich Gülicher, CDU Ortsverbandsvorsitzender, steht dem Vorhaben ebenfalls offen gegenüber. „Wenn sich das rentiert und wir das Geld aufbringen können, ist das eine schöne Sache für die Gemeinde.“ Von der SPD war niemand da. Auf Anfrage erklärte Fraktionsvorsitzende Susanne Jacoby: „Wenn sich das rechnet und die Mittel da sind, werden wir dem sicher nicht im Wege stehen.“– lm

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