Gut Sassenscheid in Wiblingwerde

Therapie-Einrichtung: Impfungen im zweiten Anlauf

Auf diesen kleiner Piks hatten die Bewohner von Gut Sassenscheid in Wiblingwerde lange warten müssen. Am Dienstag impfte Matthias Hartig (rechts) in einem kleinen Raum neben der Werkstatt.
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Auf diesen kleiner Piks hatten die Bewohner von Gut Sassenscheid in Wiblingwerde lange warten müssen. Matthias Hartig (rechts) impfte sie in einem kleinen Raum neben der Werkstatt.

Nun hat‘s geklappt: Im zweiten Anlauf wurden Mitarbeiter und Bewohner im Gut Sassenscheid geimpft. Ein erster Termin im Februar musste ausfallen.

Nachrodt-Wiblingwerde – Eine hervorragende Organisation, gut gelaunte Impflinge und ein erfreuter Arzt, der mit seiner Helferin am laufenden Band die Nadeln setzte: Besser hätte der Impftermin auf dem Gut Sassenscheid nicht laufen können.

Die Hälfte der 25 Bewohner und 17 Mitarbeiter der Suchtkranken-Einrichtung des Deutschen Ordens wurde von Matthias Hartig und Sarah Schmoetten geimpft. Die andere Hälfte kommt nächste Woche zum Zug. „Wir haben es deshalb aufgeteilt, damit man bei möglichen Nebenwirkungen reagieren kann“, sagt Sozialpädagogin Jessica Sommer.

Corona-Impfung als wichtiger Schutz

Es war sozusagen der zweite Anlauf, denn eigentlich hätte es bereits im Februar einen Impftermin geben sollen. „Aber es gab keinen Impfstoff“, erzählt Matthias Krause, der nach dem plötzlichen Tod von Uwe Eulenberger kommissarisch die Leitung von Gut Sassenscheid übernommen hat. Obwohl der Verlust für alle erschütternd war, „wird es weitergehen“, verspricht Matthias Krause.

Dass der Impftermin jetzt stattfinden konnte, erleichterte alle Beteiligten. „Es ist ein Zeichen, dass es vorangeht. Die Stimmung ist sehr positiv“, so Matthias Krause. Für die chronisch kranken Bewohner von Gut Sassenscheid, so sagt der Sozialpädagoge, sei die Impfung ein wichtiger Schutz.

Impflinge rundum betreut

Gespräche in der Gruppe oder einzeln: Die Bewohner, die sich auf dem Gut Sassenscheid zurück in ein selbstbestimmtes Leben kämpfen, haben sich viel mit der Pandemie und ihrer Bekämpfung auseinandergesetzt. „Viele haben großen Respekt vor der Krankheit und sind erleichtert, dass sie geimpft werden“, sagt Jessica Sommer.

Unterdessen hatten Hausarzt Matthias Hartig und Sarah Schmoetten in einem kleinen Raum neben der Werkstatt alle Impf-Vorbereitungen getroffen. Der Impfstoff Moderna kam zum Einsatz.

„Ich freue mich richtig, dass der Impftermin stattfinden kann. Die Bewohner haben ja lange warten müssen“, meinte Matthias Hartig, der sich bei jedem einzelnen Impfling noch nach dem Befinden erkundigte und immer wieder sagte: „Haben Sie noch Fragen zum Impfstoff?“ Die hatte niemand. Denn alle Formulare waren gelesen und ausgefüllt worden.

Corona-Impfung: Viel Dokumentation

Die mehrseitige Dokumentation für die Corona-Schutzimpfung ist durchaus gewaltig, inklusive etliche Unterschriften, die der Arzt leisten muss. „Der Chef macht das so gut, ich sehe den Piks gar nicht“, witzelte Sarah Schmoetten, die jedem Impfling ein Pflaster verpasste. Matthias Hartig und sie sind längst ein eingespieltes Team, hatten auch die Bewohner im Altenpflegeheim Nachrodter Hof geimpft.

Zwischenfälle gab es bislang nicht. Mögliche Nebenwirkungen, die bei den Sassenscheid-Bewohnern jetzt auftreten könnten: leichte Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Grippesymptome. Im besten Fall gibt es nichts davon. Die zweite Impfung ist in vier Wochen vorgesehen. Alle Infos und Entwicklungen zum Coronavirus im MK finden Sie in unserem News-Blog.

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