Gemeinde nimmt Kurs auf einen Schulverbund

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NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ In einem waren sich am Montagabend im Schulausschuss alle drei Fraktionen einig: Der Grundschulstandort Wiblingwerde muss erhalten werden, notfalls durch die Bildung eines Schulverbundes mit der Grundschule in Nachrodt. Eine Beschlussempfehlung an den Rat wollten die Politiker indes nicht abgeben.

Man wolle den Entscheidungen der beiden Schulkonferenzen, die in der nächsten Woche tagen, nicht vorgreifen, hieß es. Somit wird wohl erst der Gemeinderat am 17. Dezember beschließen, was unausweichlich scheint: die Zusammenführung der beiden Grundschulen zu einem Schulverbund mit zwei Standorten.

Sicher wäre der Standort Wiblingwerde aufgrund der aktuellen Schülerzahlenentwicklung nur noch bis 2017, danach droht die Schließung. Durch das Schulrechtsänderungsgesetz, das der Landtag Anfang November verabschiedet hat, eröffnet sich aber jetzt die Möglichkeit, die Schule mit weniger als 92 Schülern zumindest als Teilstandort eines Schulverbunds weiterzuführen. Bereits für das nächste Schuljahr rechnet die Gemeinde nur noch mit 86 Grundschülern in Wiblingwerde – Tendenz: sinkend.

Die Schulverbundslösung hätte zur Folge, dass beide bisher selbstständige Schulen ein gemeinsames Lehrerkollegium und ein identisches Lehrkonzept hätten. Außerdem würden die Schulanfänger möglichst gleichmäßig auf beide Schulstandorte verteilt. Die Betreuungsangebote „8 bis 1“ in Wiblingwerde und Offene Ganztagsgrundschule (OGS) in Nachrodt sollen dagegen wie bisher weitergeführt werden.

Schulrätin Sabine Stahl erklärte, mit der Verbundlösung sei zwar nicht die Sicherung des Standortes Wiblingwerde für alle Zeiten verbunden, die einzige Alternative dazu sei jedoch die Schließung der Schule. Wohl auch deshalb zeichnete sich im Schulausschuss eine breite Mehrheit für den Schulverbund ab. Es ist kaum davon auszugehen, dass der Rat zu einer anderen Auffassung kommen wird, welche Entscheidung auch immer die Schulkonferenzen treffen werden. Rechtlich bindend sind deren Entscheidungen für den Rat ohnehin nicht. Dass die Politiker sich gestern noch zurückhielten, war nichts als ein Akt der Höflichkeit. ▪ Volker Griese

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