Grundschule Wiblingwerde: Umbau wird teuer

+
Die Grundschule muss dringend saniert werden.

Nachrodt-Wiblingwerde – Die Pläne sind schön, die Schule wird modern. Nur teuer wird der Umbau. Und Möbel sind im Preis nicht inbegriffen.

Kein Wort über die Kosten. Aber wunderschöne Pläne. Und dann, ganz am Ende der Sitzung, mussten die Mitglieder des Schulausschusses die große Kröte doch noch schlucken: 2,4 Millionen Euro kostet eine Komplett-Sanierung der Grundschule Wiblingwerde – ohne Möbel. 

Und eine kleine Lösung? Auch mehr als eine Million. „Wir prüfen, ob es Fördermittel im Rahmen der Dorferneuerung gibt“, so Bürgermeisterin Birgit Tupat. 

Sanierung dringend nötig

100 Jahre alt ist das Schulgebäude im Dorf. Zweimal wurde es erweitert. Es gibt unterschiedliche Bauqualitäten mit Holz- und Stahlbetondecken, Feuchtigkeit an den Außenwänden im Keller, die nicht in den Griff zu bekommen ist, verwinkelte Ecken und Schwamm – begrenzt und nicht aktiv – am Dachstuhl: Das alles schreit geradezu nach einer Sanierung. 

Die Sanitäranlagen sollen in den Keller.

Was möglich ist, stellte Architekt Torsten Heumann den Mitgliedern des Schulausschusses, der von Christian Pohlmann geleitet wurde, und den vielen Gästen in der Grundschule Nachrodt vor. In seine Pläne waren die Wünsche der Lehrer aufgenommen worden: vier Klassenräume für je 25 Schüler inklusive Stauraum für Material, ein Medienraum mit zwölf Arbeitsplätzen, zwei Förderräume, einen Leseraum, einen Betreuungsraum mit einfachem Zugang zum Außenbereich, eine Lehrküche, ein bis zwei Innentoiletten, Außentoiletten, ein Rektorat, ein Sekretariat, ein Lehrerzimmer, eine Lehrerküche und ein Lehrer-WC. 

Aufzug wirft Frage auf

Alles machbar, meinte der Architekt. Neben den Wünschen gibt es noch die Schulbaurichtlinien, wonach beispielsweise ein Kind maximal 40 Meter laufen darf, um eine Toilette zu erreichen. Dies berücksichtigt, würde nun eine barrierefreie Schule mit einem Anbau (6,50 mal 6 Meter) entstehen, der als neues Treppenhaus mit Aufzug geplant ist. Ob dieser von den Kindern alleine genutzt werden dürfte, war eine Frage aus dem Ausschuss, die nicht beantwortet werden konnte. Tatsächlich könnten mit dem Aufzug alle Ebenen der Schule erreicht werden. 

Im Eingangsbereich sollen zwei Betreuungsräume entstehen. Im Erdgeschoss ebenfalls zwei Klassenräume. Das alte Treppenhaus bleibt bestehen. Im Keller könnten nach den Vorstellungen des Architekten der Technik- und Sanitärbereich untergebracht werden. 

Im jetzigen Gewölbekeller würden die Räume so ertüchtigt, dass sie zu Lagerräumen umfunktioniert werden könnten. In der ersten Etage gäbe es Flurtoiletten, zwei Kassenräume, einen Computer- und einen Förderraum – auch ein Leseparadies ist vorgesehen. 

Lehrer unterm Dach

Im Dachgeschoss würden die Lehrer untergebracht mit allen Räumen, die sie benötigen. Dafür müssten dort Dachgauben gebaut werden. Auch die Lehrküche wäre ganz oben. Da man nicht in die Glaskugel gucken kann, wie sich die Anzahl der Schüler entwickeln wird, wäre es möglich, die Betreuungsräume im Erdgeschoss auch für eine andere Nutzung freizugeben. 

Dass die Lehrer im Dachgeschoss, die Medien aber unten sind, hält Lehrerin Kathrin Richter für unglücklich geplant. „Wo es rumpelt, kann noch nachgebessert werden“, versprach Torsten Heumann. Er machte auch deutlich, dass man aus einer alten Schule trotz umfangreicher Sanierungsarbeiten keinen Neubau machen könnte – der übrigens 3,5 Millionen Euro kosten würde. 

Mini-Lösung möglich

Aber: Ein Schul-Schmuckstück könnte in Wiblingwerde entstehen, wenn die Kosten irgendwie gestemmt werden. Wenn nicht, dann sieht die komplett abgespeckte Idee einen kleinen Anbau ohne Aufzug vor, wobei die sanitären Anlagen ebenfalls im Untergeschoss gebaut würden und eine Schadstoffsanierung vorgenommen würde. Eine Mini-Lösung sozusagen. 

Die „großen Pläne“ dagegen wurden von den Kommunalpolitikern mit Wohlwollen betrachtet. Vielleicht, so schlug Michael Schlieck (CDU) vor, könnte man eine Step-by-Step-Lösung realisieren

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare