Grundschule Wiblingwerde: Rundum-Sanierung würde Millionen kosten

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Bunt und fröhlich sind die Klassenräume der Grundschule Wiblingwerde ausgestattet.

Nachrodt-Wiblingwerde – Eine rundum-Sanierung der Grundschule Wiblingwerde würde Millionen kosten. Es gibt aber auch eine kleinere mögliche Variante.

1000 Euro kostet die provisorische Toilettenanlage auf dem Schulhof. Jeden Monat. Und: 2,4 Millionen Euro würde eine Komplett-Sanierung der Grundschule Wiblingwerde verschlingen. Ohne Möbel. Eine Summe, die vielleicht doch ausgegeben wird?

 „Ich bin derjenige, der bei diesen Kosten nicht gezuckt hat. Was das Gebäude und den Standort angeht, würde ich nicht mit Sparmaßnahmen ‘rangehen. Es macht keinen Unterschied, ob wir das jetzt ausgeben oder in fünf Jahren“, sagt Matthias Lohmann mit Blick auf gute Finanzierungsmöglichkeiten. 

"Nicht nur die Hälfte machen"

Er fand dafür im Rahmen der Immobilien-Tour der Kommunalpolitiker allseits Unterstützung. „Wir reden alle, dass wir etwas für die Jugend tun müssen, und wir machen hier nur die Hälfte. Das sollten wir uns wirklich anders überlegen“, meint UWG-Ratsherr Hans-Jürgen Hohage. 

100 Jahre alt ist das Schulgebäude im Dorf. Es hat seine Macken, aber liegt nicht in Schutt und Asche. Zweimal wurde es erweitert. Es gibt unterschiedliche Bauqualitäten mit Holz- und Stahlbetondecken, Feuchtigkeit an den Außenwänden im Keller, die nicht in den Griff zu bekommen ist, und teerhaltige Anstriche im Dachstuhl. 

Den Computerraum schauen sich Jens-Philipp Olschewski (links), Fraktionsvorsitzender der CDU, und Matthias Lohmann an.

Im Gebälk findet man Schäden bei der Dacheindeckung, die 35 bis 40 Jahre alt ist. Hölzer sind weggefault. „Da muss man dran“, sagt Ingenieur Holger Selve. 

Wenn man das Projekt angehe, wäre es sinnvoll, den Dachstuhl neu zu machen, die Schadstoffe mit rauszunehmen, „alles energetisch auf Vordermann zu bringen“ und die Dachräume durch Gauben besser nutzbar zu machen. 

Oben wurden einige Räume gesperrt, unten wurde der Keller entkernt und deshalb Container-Toiletten auf dem Schulhof aufgestellt. „Im Keller kann man wieder Toiletten installieren, aber darüber hinaus wird es schwierig“, sagte Ingenieur Holger Selve. 

Große Lösung mit Lehrküche und Co. 

Architekt Torsten Heumann hatte den Mitgliedern des Schulausschusses bereits Pläne für die künftige Grundschule in Wiblingwerde vorstellt – mit vier Klassenräumen, einem Medienraum, zwei Förderräumen, einem Leseraum, einem Betreuungsraum mit einfachem Zugang zum Außenbereich, einer Lehrküche, zwei Innentoiletten, Außentoiletten, einem Rektorat, einem Sekretariat und einem Lehrerzimmer. 

Aber es wird aktuell auch eine abgespeckte Sanierung diskutiert, mit einem kleinen Anbau ohne Aufzug, wobei die sanitären Anlagen ebenfalls im Untergeschoss gebaut würden und eine Schadstoffsanierung vorgenommen würde.

"Viele Ecken, an denen es brennt"

 „Das Problem ist, dass wir so viele Ecken haben, wo es momentan brennt. Wichtig ist, eine Immobilien-Strategie aufzustellen“, sagt SPD-Ratsherr Ronny Sachse. 

Den Schulstandort zu erhalten, ist für alle Beteiligten keine Frage. Mit der Grundschule Wiblingwerde verbinden einige Kommunalpolitiker persönliche Erinnerungen: Hans-Jürgen Hohage, Roderich Knipps und Christiane Lange beispielsweise. Früher, so erzählen sie, erlebten sie durchaus auch den Rohrstock. „Ich bin zur sechsten Klasse hier gewesen“, sagt Christiane Lange, der es damals ein Gräuel war, zur Toilette zu gehen: „Da waren immer Spinnen.“ 

Rohrstock im Schneemann versteckt

Lehrer Rüsch sei einer vom ganz alten Schlag gewesen. „Wenn er mal richtig schlechte Laune hatte, schmiss er mit Kreide durch die Gegend und verpasste den Jungs Kopfnüsse“, erinnert sich die UWG-Ratsfrau. Auch Hans-Jürgen Hohage erzählt von einigen Begebenheiten, als die Jungs in einem Schneemann den Rohrstock versteckte.

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