Grundschule Wiblingwerde: Pläne für abgespeckte Sanierung

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Die Klassenräume bleiben nach dem neuesten Plan wie sie sind.

Nachrodt-Wiblingwerde – Der große Traum ist teurer. Doch es geht auch billiger bei der Sanierung der Grundschule Wiblingwerde. Das sind die Pläne.

Die Verwirklichung der Träume würde 2,4 Millionen Euro kosten. Doch augenscheinlich möchte man lieber in finanziell klammen Zeiten auf dem Boden der Tatsachen stehen. 

Und so stellte Architekt Torsten Heumann den Mitgliedern des Schulausschusses die abgespeckte Variante für eine Sanierung der Grundschule Wiblingwerde vor. Kosten: 1,1 Millionen Euro – und die Chance, Schritt für Schritt zu arbeiten und zunächst für 342 000 Euro neue Sanitäranlagen zu schaffen, um im zweiten Schritt einen Anbau mit Aufzug für 570 000 Euro zu erstellen. 

Beides könnte bei laufendem Schulbetrieb umgesetzt werden. „Die Planung ist sehr geeignet, um den Schulstandort für die Zukunft zu sichern, bei der Barrierefreiheit weiterzubringen und zeitgemäße WC-Anlagen zu schaffen“, so Torsten Heumann. 

Das neue Konzept beinhaltet die Idee, einen neuen Anbau auf die Seite, die zur Straße zeigt, zu setzen. Dabei ist ein modernes, transparentes Design angedacht. „Wir können uns eine sehr klare Architektur vorstellen mit großflächiger Verglasung“, so Torsten Heumann. 

Aufzug geplant

Dieser Anbau soll die Möglichkeit bieten, das Keller-, Erd- und Obergeschoss barrierefrei zu erreichen – und zwar mit einem Aufzug. Auch ein neues Treppenhaus würde dort errichtet. „Wenn man den Aufzug nicht nutzen möchte, kommt man geradeaus über sechs Treppenstufen hoch auf ein Podest und ist dann auf dem Niveau des Erdgeschosses. Bei dieser Variante würden wir die jetzige Holztreppe ausbauen, die Decke, die sich darüber befindet, schließen und den Raum darunter nutzen, um ein barrierefreies WC einzurichten“, erläuterte der Architekt. 

Alle Klassenräume würden nach den neuesten Planungen bleiben, wie sie sind. Und auch das Dach und Dachgeschoss blieben unberührt. Man würde das Dachgeschoss weiterhin erreichen, aber nicht mit dem Aufzug. Dieser könnte aber, wenn gewollt, zu einem späteren Zeitpunkt erweitert werden. „Das funktioniert“, so Torsten Heumann. 

Toiletten von außen nutzbar

Im Kellergeschoss befindet sich nach den neuen Plänen der Trakt mit den WCs für die Jungen und Mädchen. „Sanitäre Einrichtungen benötigen nicht zwingend einen zweiten Rettungsweg. Aber wir sind der Meinung, dass es durchaus Sinn macht, um die Toiletten auch von außen nutzbar zu machen“, so der Architekt. 

1000 Euro kostet aktuell die provisorische Toilettenanlage auf dem Schulhof. Jeden Monat. Und so ist eine dauerhafte Lösung nicht unwichtig. Um eine vernünftige Außenwandabdichtung hinzukriegen, sollen auf der Rückseite des Gebäudes die Kellerräume, die zum Sanitärtrakt werden, von außen freigeschachtet und abgedichtet werden. „Man muss davon ausgehen, dass sich ein so altes Gebäude nie zu 100 Prozent abdichten lässt. Da kann man Geld investieren, so viel man will. Deshalb muss man mit vertretbaren Mitteln das Beste daraus machen“, so der Architekt. 

Geld für Schadstoff-Sanierung

Übrigens: In der Kostenschätzung sind 48 000 Euro für eine mögliche Schadstoffsanierung enthalten. „Das ist als Puffer zu sehen, ein bisschen wie in die Glaskugel schauen“, sagte Torsten Heumann. Er empfiehlt, diese Untersuchungen der Baubiologen zunächst durchzuführen, bevor man konkrete Maßnahmen angeht. „Ich finde die Kombination mit Anbau und Altbau, der einen begrenzten Charme hat, gelungen“, so Ratsherr Matthias Lohmann. 

Die neue Toilettenanlage sei allerdings etwas weit ab vom Schuss. „Wenn Kinder um Hilfe schreien würden, könnten es die Lehrer nicht hören.“ Da müsse man sich etwas einfallen lassen. Gut findet er, dass es die Möglichkeit gibt, Anbau und Aufzug später aufzustocken, um das Dachgeschoss zu erreichen. Gerade mit Blick auf eine mögliche weitere Kinderbetreuung sei dies nicht unbedeutend.

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