Lieblings-Pröckel-Stelle ist ein Ärgernis

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Das Wasser ist abgelassen. 365 Kubikmeter flossen sieben Stunden hinaus.

Nachrodt-Wiblingwerde - Zwischenzeitlich hatte man den Teufel schon an die Wand gemalt. Oder zumindest einer. Ingenieur Holger Selve, der die gemeindeeigenen Gebäude untersucht, vermutete, dass der Zustand der Decke im Gartenhallenbad besorgniserregend sein könnte. Helle Aufregung. Dann die Erleichterung: Entwarnung gab es, als ein Statiker sodann Untersuchungen vorgenommen hatte und die Bedenken ausräumen konnte. Jetzt gerade wird das Gartenhallenbad von Grund auf gereinigt.

Die eigentlich für dieses Jahr geplanten Investitionen wurden allerdings nicht getätigt. Den Schreck in den Gliedern und nicht wissend, was in Sachen „Decke“ passieren würde, wollten die Verantwortlichen des Schwimmbades kein Geld verbrennen.

„Eigentlich wollten wir die Decken in den Duschen erneuern. Sie sehen optisch nicht mehr schön aus“, sagt Sabine Karisch, erste Vorsitzende des Trägervereins. Doch die Erneuerung muss jetzt noch warten.

Im Moment ist das Becken leer. Das Wasser ist abgelassen. 365 Kubikmeter flossen sieben Stunden hinaus, sodass nun das komplette Becken von innen gereinigt und desinfiziert werden konnte. Der Blick gilt nun den Fliesen- und Fugenschäden, die repariert werden müssen. Zudem werden die Rinneneinlagen erneuert. „Sie sind in die Jahre gekommen und es ist immer ein Kraftakt für die Mitarbeiter, die Einlage zu händeln. Man muss auch an die Leute denken, die das machen. Die neue Rinneneinlage wird die Arbeit erleichtern“, sagt Sabine Karisch.

Sehr ärgerlich findet die Trägervereinsvorsitzende, dass die großen Dehnungsfugen immer wieder zerstört werden. „Vielleicht aus Langeweile werden sie herausgepröckelt und ‘rausgerissen. Eigentlich müsste man das anzeigen, es ist Sachbeschädigung.“ Natürlich werden die Fugen repariert, aber besonders die großen müssen lange trocknen, sodass sich auch die Wiedereröffnung des Schwimmbades daran orientieren muss. Ob es eine Idee ist, über die Lieblings-Pröckel-Stelle ein Blech zu stülpen, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.

 Apropos ärgerlich: Das sind auch die Kosten in Höhe von etwa 12000 Euro, die aufgrund des Schadens im Keller entstanden sind. Batterien der unterbrechungsfreien Stromversorgung waren geplatzt. Dadurch wiederum war Batteriesäure ausgelaufen, was den beißenden Geruch verursachte und auch zur geringen Rauchentwicklung geführt hatte. „Aber es hat nicht gebrannt und jetzt steht die Frage im Raum, ob die Versicherung zahlt oder nicht“, erzählt Sabine Karisch vom finanziellen Dilemma.

 Die Betreiber des Gartenhallenbades blicken dennoch positiv nach vorn. Im nächsten Jahr soll die abgehängte Decke erneuert werden. „Dafür sparen wir.“ 100000 Euro werden dann mindestens fällig. Bis dahin soll der Schwimmspaß aber im Vordergrund stehen.

 Am 2. August starten die Rehakurse wieder. Bis dahin wird noch geschrubbt und geschrubbt. Auch in den Umkleidekabinen wird jeder einzelne Kleiderhaken auf Vordermann gebracht und die Bänke von Kalk befreit.

Wenn das Wasser wieder hineinfließen kann, benötigt es, weil es über einen Wärmetauscher vorgewärmt wird, etwa 14 Stunden. Ist das Becken gefüllt, wird das Wasser wieder aufbereitet. „Erst wenn die Wasserqualität erreicht ist, können wir wieder eröffnen“, sagt Sabine Karisch.

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