Grünes Licht für Windräder in Veserde

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Drei Windräder stehen schon in Veserde.

Nachrodt-Wiblingwerde – Das Heimatministerium gibt grünes Licht für zwei weitere Windräder in Veserde. Damit ist schonmal ein Streit entschieden. Doch gebaut wird noch nicht.

Des einen Freud, des anderen Leid: Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen hat grünes Licht für die zwei geplanten Windräder in Veserde gegeben. Diese Entscheidung bezieht sich allerdings nur auf die denkmalrechtliche Frage. 

Denn ob das Vorhaben planungsrechtlich oder immissionsschutzrechtlich zulässig ist, muss der Märkischer Kreis als Genehmigungsbehörde noch beurteilen. 

Dennoch: „Das hört sich doch gut an für uns“, sagt Jörg Kohberg zur Ministeriums-Entscheidung. Seit eineinhalb Jahren warten er und seine Mitstreiter von der Betreibergesellschaft „Naturstrom Veserde“ darauf, dass sich etwas tut. Deshalb gab es auch bereits eine Untätigkeitsklage beim Verwaltungsgericht Arnsberg. „Naturstrom Veserde“ plant den Bau der zwei Windrädern mit einer Gesamthöhe von jeweils 149,90 Metern. 

Ministerium kassiert Entscheidung der Stadt Hagen

Das Ministerium entschied als Oberste Denkmalbehörde damit nun einen Konflikt zwischen der Stadt Hagen als untere Denkmalbehörde und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) auf der einen Seite und dem Märkischen Kreis auf der anderen Seite. 

Erstere sind der Meinung, dass die geplanten Windenergieanlagen das Erscheinungsbild von Schloss Hohenlimburg und seine engere Umgebung erheblich beeinträchtigen. Der Märkischen Kreis dagegen will die Genehmigung nach Bundesimmissionsschutzgesetz erteilen. 

Das Schloss Hohenlimburg steht unter Denkmalschutz.

Das Ministerium ist zu der Auffassung gelangt, dass die festgestellten negativen Auswirkungen keine zusätzliche wesentliche Beeinträchtigung des Denkmalwertes des Schlosses darstellen. Das Erscheinungsbild des Schlosses Hohenlimburg werde bereits derzeit durch drei vorhandene Windkraftanlagen in der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde beeinträchtigt. 

Ministerin: "Tradition und Moderne endlich verbinden"

„Umweltschutz und Denkmalschutz: Manches Mal beißt es sich. In diesem Fall sprachen die denkmalrechtlichen Argumente für den Bau der Windräder. Grundsätzlich: Denkmäler dürfen und müssen den heutigen Anforderungen entsprechend genutzt werden können. Daher: Bei der Neufassung des Denkmalschutzgesetzes wird die Landesregierung die heute teilweise entgegenstehenden Aspekte von Denkmal- und Umweltschutz beleuchten und soweit harmonisieren, wie es geht, damit Tradition und Moderne endlich miteinander verbunden werden können“, sagt Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung. Darüber hinaus sei zu berücksichtigen, dass die potenziellen Auswirkungen der geplanten Windenergieanlagen temporär und reversibel seien. 

Kreis am Zug

Doch ob Schwung in das Verfahren kommt, ist ungewiss. „Wir haben das Einvernehmen für die Windräder verweigert. Jetzt müsste der Märkische Kreis um die Kurve kommen und das Einvernehmen ersetzen“, sagt Bürgermeisterin Birgit Tupat. Dagegen könne die Gemeinde aber vorgehen. „Es bleibt spannend."

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