Feuerwehr übt Messen von Gefahrstoffen in der Luft

Nachrodt-Wiblingwerde - Nach einem Bahnunfall in Hagen werden großflächig giftige Stoffe freigesetzt, deren Ausbreitung die Bevölkerung im Märkischen Kreis gefährden könnte. Das ist das Szenario für eine Feuerwehr-Großübung „Ü-Messen 2“, die am Samstag unter anderem in Nachrodt-Wiblingwerde durchgeführt wird.

Geprobt werden sollen im Regierungsbezirk Arnsberg der Einsatz der ABC-Erkundungskraftwagen zur Feststellung von Gefahrstoffkonzentrationen und die Zusammenarbeit der Führungsstäbe der Feuerwehren bei Messeinsätzen über die Kreisgrenzen hinweg. Die Messergebnisse helfen bei der Auswahl geeigneter Gefahrenabwehrmaßnahmen zum Schutz von Mensch und Umwelt. Regional eingebunden sind dabei die Kreisleitstelle des Märkischen Kreises, die Feuerwehren Plettenberg, Hagen, Altena, Nachrodt-Wiblingwerde sowie die Werkfeuerwehren der Momentive Letmathe und Krupp-VDM Werdohl. Erstmals wird die Kommunikation über Digitalfunk erfolgen. Die Übung wird durch Schiedsrichter an den entscheidenden Stellen beobachtet und beurteilt. Zudem können die Übungsteilnehmer Schwachpunkte und Verbesserungsvorschläge in sogenannten Optimierungslisten vermerken. Aufgabe des Arbeitskreises ABC-Messen im Regierungsbezirk Arnsberg wird es sein, die gewonnen Erkenntnisse aufzuarbeiten und neue Regelungen zu definieren.

Industriebrände, bei denen Gefahrstoffe freigesetzt werden oder Verkehrsunfälle mit Gefahrguttransportern stellen nicht nur die Feuerwehr vor besondere Herausforderungen. Zur Feststellung der Gefahrstoffkonzentrationen, die bei derartigen Szenarien in die Umwelt gelangen können, halten die Feuerwehren eine Grundausstattung von Messmitteln, zum Beispiel Prüfröhrchen vor. Bei größeren Einsätzen – beispielsweise beim Brand der Firma Compo in Krefeld vor zwei Jahren, bei der die Schadstoffwolke über Großteile des Ruhrgebiets zog – reichen die Messmittel einzelner Feuerwehren nicht mehr aus. Für diese Fälle hat das Land NRW ein Konzept erarbeitet, das die Zusammenarbeit der Feuerwehren bei Messeinsätzen regelt. In diesem Konzept werden in der untersten Stufe die Kreise und kreisfreien Städte aufgefordert, entsprechende Messzüge mit einer eigenen Führung aufzustellen. Diese Messzüge können bei entsprechenden Gefahrenlagen auch überörtlich eingesetzt werden. Daher werden sie mit „Ü-Messen 1“ (Überörtliches Messen, Stufe 1) bezeichnet. Im Märkischen Kreis wird diese Einheit durch Fahrzeuge aus insgesamt sieben Feuerwehren zusammengesetzt. Bei der nächsthöheren Stufe „Ü-Messen 2“ werden die Regierungsbezirke in die Verantwortung genommen. Seit 2002 verfügt der Regierungsbezirk Arnsberg dazu über sieben ABC-Erkundungskraftwagen. Jetzt geht es darum mit allen Fahrzeugen zielführend zusammenzuarbeiten. Das Konzept sieht vor, im Regierungsbezirk Arnsberg zwei „Ü-Messen 2-Einheiten“ zu bilden. - pmk

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