Welche Rolle könnte die alte Schule in Veserde spielen?

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Reges Interesse gab es bei der Auftaktveranstaltung für eine mögliche Dorfbegegnungsstätte in Veserde.

Nachrodt-Wiblingwerde - Welche Rolle könnte die Alte Schule im Veserder Dorfleben zukünftig spielen? Und ist es überhaupt sinnvoll, von einer neuen Nutzung als Dorfgemeinschaftshaus zu träumen, wenn noch nicht einmal klar ist, wie groß der Aufwand für einen genehmigungsfähigen Brandschutz wäre? Zur Diskussion über diese Fragen kamen fast 50 Bürger in die Alte Schule und lieferten dem „Anstoßgeber“ Gerd Schröder erste Hinweise, was wünschenswert wäre.

„Mit so vielen Leuten hatte ich nicht gerechnet“, freute sich der SPD-Ratsherr und machte eingangs klar, wie die Bürgermeisterin auf den Plan zur vorläufigen Aufstellung von ein paar Feuerlöschern reagiert habe: „So geht das aber nicht!“ Die zahlreichen gesetzlichen Vorgaben, die der Sicherheit dienen mögen, aber das lebendige Leben zuweilen umzingeln, hätten die Bürger in ihrem munteren Zukunftsgespräch vorerst besser ignoriert.

Rechtliche Bedenken sind kein guter Ratgeber für eine Planungsphase, in der es vor allem darum geht, was möglich gemacht werden soll. Gerd Schröder rief in diesem Sinne auf zu einer Diskussion, „in welcher Form wir das Gebäude weiter nutzen wollen“. Aus der Tatsache, dass so viele Veserder gekommen waren, schloss er auf eine vorhandene Bereitschaft zum Engagement im Rahmen eines solchen Projektes.

Die noch vorhandene Unklarheit darüber, wie eine mögliche Nutzung aussehen könnte, trug zu einer gewissen Ratlosigkeit bei: Es ist nicht leicht, das eigene Engagement zuzusagen, wenn noch gar nicht klar ist, wofür, in welchem Umfang und mit welchen rechtlichen Risiken man sich für die gemeinsame Sache einsetzen soll. Und gibt es eine solche gemeinsame Sache überhaupt, oder vielleicht auch nur viele kleine Gruppeninteressen?

Vorschläge gab es einige - ein gemeinsamer Raum für’s Kaffeetrinken, für Dorffeiern oder größere private Feiern wurde natürlich ins Spiel gebracht. Und eine Vermietung könnte ja sogar Geld einbringen. Auf der Wunschliste standen ein Ort, wo sich Jugendliche zwanglos mit Ihresgleichen treffen oder mit Älteren spielen, lernen, bauen und basteln können und ein regelmäßiger Mutter-Kind-Treff. Denn es gibt hinreichend Nachwuchs auf dem Berg, dessen Dorf vorläufig nicht um seine Zukunft bangen muss: „Es gibt so viele Kinder hier.“

Im Hinblick auf den Nachwuchs wurde als mögliches Ziel formuliert, „dass Kinder und Jugendliche, die Spaß haben wollen, das Dorf nicht verlassen müssen“. Auf das argumentative Pingpong-Spiel zwischen Bürgerinteressen und möglichem Angebot reagierte Gerd Schröder mit dem alten Bild von der Henne und dem Ei. Klar scheint zu sein, dass ohne ein erhebliches Engagement und eine klare Willenserklärung der Veserder wenig passieren wird.

Bis auf den flapsigen Hinweis der Bürgermeisterin auf die untauglichen Feuerlöscher kam vonseiten der Verwaltung bisher offenbar recht wenig. Immerhin wurde vage in Erwägung gezogen, die Bürgermeisterin zum nächsten Beratungstermin am 11. April einzuladen. Die Veserder müssen bis dahin klären, was sie sich wünschen, und ob einige bereit sind, sich stärker dafür zu engagieren. Anschließend mag die Verwaltung klären, „ob sich das noch rentiert, die Schule herzurichten“. Es war offenbar ein eher skeptischer Besucher, der durch diese Frage die Alternativen einer privaten Nutzung oder eines Abrisses anklingen ließ.

Die Frage, wie viel Gemeinschaft überhaupt gewünscht wird, konnte bei einem ersten informellen Beisammensein natürlich nicht beantwortet werden. Nach dem dörflichen Wunschkonzert mag die Gemeindeverwaltung vorhandene rechtliche Probleme, Sicherheitsfragen und mögliche Organisationsformen erläutern. Mut könnte in diesem Zusammenhang machen, dass möglicherweise Gelder aus dem „Leader“-Programm der EU zur Verfügung stünden. Denn die sind ja dafür gedacht, das Leben auf dem Lande attraktiv zu halten.

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