Gemeinde kann von großem Naturpark profitieren

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Die südwestfälischen Naturparks Ebbegebirge, Homert und Rothaargebirge sollen zu einem Naturpark Sauerland-Rothaargebirge zusammengelegt werden. Davon könnte unter Umständen auch der Heimat- und Verkehrsverein Nachrodt-Wiblingwerde profitieren.

Durch die Neuorganisation sollten Projekte der Tourismusentwicklung, der Umweltkommunikation und der Regionalentwicklung besser gebündelt werden, erfuhren die Mitglieder des Gemeinderates am Montagabend. Auch die bestehende Infrakstruktur solle verbessert werden. Der gemeinsame Naturpark, der 2014 entstehen soll, würde eine Fläche von fast 3800 Quadratkilometern umfassen und damit der größte Naturpark Deutschlands sein.

Organisatorisch und finanziell – kalkuliert wird derzeit mit einem jährlichen Finanzierungsbedarf von rund 600 000 Euro – soll der neue Naturpark als Verein geführt und von den Kreisen getragen werden. Aber auch Städte und Gemeinden, in deren Gebiet sich Naturparkflächen befinden, sowie Privatpersonen, Unternehmen oder Vereine können Mitglied werden. Weil Nachrodt-Wiblingwerde mit weniger als der Hälfte seiner Fläche im Naturpark Homert liegt, müsste die Gemeinde einen jährlichen Mitgliedsbeitrag von 475 Euro bezahlen.

Die Gemeinde, insbesondere der Heimat- und Verkehrsverein, könnten von der Mitgliedschaft aber durchaus profitieren. Konkret sollen Kommunen, die Naturpark liegen und Mitglied des Naturparkvereins sind, Fördermittel des Landes beispielsweise für die Markierung von Wanderwegen erhalten. Aktuell liegt dieser Fördersatz bei 5 Euro pro Kilometer Wanderweg, wobei aber nur Wanderwege des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV) gefördert werden. Ob auch andere Wanderwege beispielsweise von Verkehrsvereinen gefördert werden können, müsse noch geprüft werden, heißt es in einem Papier, das den Ratsmitgliedern am Montag vorgelegt wurde.

Dieser Prüfung sieht man in der Doppelgemeinde mit Interesse entgegen, denn hier hat der Heimat- und Verkehrsverein 32 Wanderwege mit einer Gesamtlänge von 250 Kilometern markiert. Bei einem Fördersatz von 5 Euro würde also jährlich eine Summe von 1250 Euro nach Nachrodt-Wiblingwerde fließen, mehr als das Zweieinhalbfache des Mitgliedsbeitrages. Im ersten Quartal 2014 soll der Gemeinderat darüber entscheiden, ob Nachrodt-Wiblingwerde Mitglied des Naturparkvereins werden soll. - Volker Griese

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