Ampel kommt Dienstag, neue Brücke in drei Jahren?

Staatssekretär Michael von der Mühlen (3.v.rechts) empfing im Landtag Susanne Jakoby, Gerd Schröder, Michael Scheffler, Birgit Tupat und Petra Triches.

Nachrodt-Wiblingwerde -  Dienstag wird es sich zeigen, ob vollmundige Versprechen gehalten werden können: Denn Dienstag wird eine Ampelanlage an der Lennebrücke installiert. „Wir versuchen, die Situation in Nachrodt möglichst im Griff zu behalten. Es soll keinen größeren Rückstau geben“, sagt Eberhard Zimmerschied, Abteilungsleiter Betrieb und Verkehr von Straßen.NRW in Südwestfalen. An einer Ampel für mehrere Jahre geht kein Weg vorbei. Das ist auch das Ergebnis eines von Michel Scheffler initiierten Treffens mit Staatssekretär Michael von der Mühlen in Düsseldorf. Aber: Das Verfahren für eine neue Brücke soll beschleunigt werden.

Bürgermeisterin Birgit Tupat, Bauamtsleiter Dirk Röding, die SPD-Fraktionsvorsitzende Susanne Jakoby, ihr Stellvertreter Gerd Schröder und die UWG-Fraktionssprecherin Petra Triches nahmen an dem Treffen am Rande der 141. Sitzung des Landtages teil. „Böse Zungen“ behaupten, dass der Ort des Gespräches – nämlich in einer Ecke der Cafeteria – die Stellung des „Besuches aus der Provinz“ unterstrich.

Fakt ist wohl, dass die prekäre Situation rund um die Lennebrücke augenscheinlich sehr ernst genommen und erkannt wurde. „Das Gespräch fand in einer angenehmen und konstruktiven Atmosphäre statt“, so der SPD-Landtagsabgeordnete Michael Scheffler, der eine Ersatzbrücke ins Gespräch gebracht hatte – und nun von einem „großen Bahnhof im Landtag für eine Brücke in Nachrodt“ spricht.

Neben dem Staatssekretär und Abteilungsleiter des Verkehrsministeriums war auch Ludger Siebert, Leiter der Regionalniederlassung Südwestfalen von Straßen.NRW mit dabei. „Ich hätte mir gewünscht, dass es technisch möglich ist, eine Ersatzbrücke zu schaffen. Aber vom Wunschdenken kommen wir nicht voran. Wir müssen uns mit den Realitäten auseinander setzen“, so Scheffler. Der Landesbetrieb habe deutlich gemacht, dass „Experten am Werk sind, die ihr Handwerk verstehen“. Fakt ist: Ein verkürztes Planverfahren für die neue Brücke ist die einzige Lösung – alle anderen Ideen sind aufgrund der Topografie, der Versorgungsleitungen und der möglichen Erschütterungen für die alte Brücke nicht möglich.

 Nicht ganz so „entzückt“ vom Gespräch in Düsseldorf ist Susanne Jakoby. „Bei mir bleibt der Eindruck, dass vieles hätte schneller geschehen können. Das haben die Herren widerlegt und die Schwierigkeiten sowie die Prüfung der unterschiedlichen Varianten hervorgehoben. Gut war, dass wir den Druck erhöhen konnten, und wir klar benannt haben, dass etwas passieren muss“, sagt die SPD-Fraktionsvorsitzende. Nicht problem-, sondern lösungsorientiert soll es nun also voran gehen, was auch Bürgermeisterin Birgit Tupat unterstreicht.

Michael Scheffler hält einen Zeitraum bis zur Fertigstellung einer neuen Brücke von „drei bis vier Jahren“ für realistisch. „Das wird davon abhängen, wie schnell man sich mit den Anwohnern verständigt.“ Tatsächlich gibt es Grundstücksfragen, die noch nicht geklärt sind. Nun also zunächst die Ampel, die Dienstag eingerichtet wird.

Die Anlage soll in drei Phasen laufen: zwei Phasen für den Fahrzeugverkehr, eine für Fußgänger auf Anforderung. Sodann gilt: Jede Grünphase dauert für die Autofahrer mindestens 15 Sekunden. Wenn allerdings mehr Fahrzeuge warten, wird die Phase auf bis zu 45 Sekunden verlängert. „Es handelt sich um eine verkehrsabhängige Anlage“, erklärt Eberhard Zimmerschied von Straßen.NRW und ergänzt: „Wir starten erst einmal mit diesem Programm und glauben, dass es funktioniert. Aber der Teufel steckt im Detail. Wir werden, wenn es erforderlich ist, nachbessern.“

Für Radfahrer gilt übrigens ab Dienstag Absteige-Pflicht auf der Brücke. Bei einem Treffen mit Vertretern von Straßen.NRW, dem Märkischen Kreis, der Polizei, der Feuerwehr und der Gemeinde wurden Ampelanlagen ins Gespräch gebracht, die LKW erkennen und bei jedem zweiten Lastwagen eine Rotphase auslösen. „Das kenne ich nicht“, so Eberhard Zimmerschied. „Aber wir werden dazu ein Gutachten anfordern.“

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