Sanierung nötig

Massive Schäden am Wiblingwerder Kornspeicher: Das hat große Folgen

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Eingerüstet ist der Kornspeicher.

Nachrodt-Wiblingwerde – Massive Schäden wurden am Wiblingwerder Kornspeicher festgestellt - eine mittlere Katastrophe für Gemeinde und Vereine. Denn die Nachricht hat große Konsequenzen.

Die letzte Bastion ist auch „hinüber“: Der Kornspeicher, wunderschöner Zeuge der bäuerlichen Geschichte, muss saniert werden. 1597 in Kreinberg erbaut, wurde er 1938 auf dem Schulhof in Wiblingwerde aufgestellt. Jetzt gibt es erste Erkenntnisse, dass erhebliche Schäden am Gebäude sind. „Wir kennen das Problem im Detail noch nicht“, sagt Bauamtsleiter Dirk Röding. 

Auf der linken Seite im ersten Geschoss verdreht sich augenscheinlich ein Eichenbalken und driftet auseinander. Auf der rechten Seite gibt es ein Fußholz, das die ganze Last des Fachwerks trägt und sich auflöst. Wettereinflüsse haben aufs Dach und Holz eingewirkt. Mittlerweile ist der Kornspeicher eingerüstet und abgesichert. 

Leaderprojekt muss gestoppt werden

Festgestellt wurden die Schäden bei Arbeiten für das geplante Koordinationsbüro für die Vereine. Das sind der Heimat- und Verkehrsverein, der TV Wiblingwerde, der Bürgerbusverein und viele weitere Vereine – ein Leaderprojekt, für das es auch Zuschüsse gibt. 

Und das jetzt gestoppt werden musste. Bei den Malerarbeiten stellten die Handwerker offensichtliche Schäden fest. Die Gemeinde wurde informiert, Ingenieur Holger Selve schaute sich den Kornspeicher an und stellte in einem Gutachten die Verdachtsmomente zusammen, die nun zum Landschaftsverband Westfalen Lippe (LWL) nach Münster geschickt wurden. 

Schäden am Holz wurden festgestellt.

Denn der Kornspeicher steht unter Denkmalschutz – der LWL muss rund um das Thema Sanierung mit ins Boot geholt werden. „Jetzt warten wir auf einen Ortstermin, um mit den Sachbearbeitern festzulegen, welche Bauteile noch geöffnet werden müssen, um alle Schäden sehen zu können“, erklärt Dirk Röding.

Kulturgut der Gemeinde erhalten

Für die Gemeinde, die Besitzer des Kornspeichers ist, und für den Heimat- und Verkehrsverein, der seit 2006 den Kornspeicher nutzt und jetzt neue Wege für die Nutzung inklusive Büro und Archiv gehen wollte, ist der „Sanierungsfall“ eine mittlere Katastrophe. „Wir sind wie die Jungfrau zum Kind zu den Schäden gekommen. Da konnte niemand mit rechnen. Die Haushaltspläne für 2019 enthalten keine entsprechenden Positionen, und so muss mal wohl kreativ werden“, findet Bauamtsleiter Dirk Röding. Für die Gemeinde sei es eine Selbstverständlichkeit, das Kulturgut der Gemeinde zu erhalten. „Das kann man nicht den Bach runtergehen lassen. Und ich bin sicher, dass die Politik das ebenso sieht“, meint Dirk Röding. „Jetzt müssen wir erst einmal genau wissen, was da auf uns zu kommt.“ 

Unterdessen hat Dr. Christian Schulze, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins, Kontakt mit der Bezirksregierung aufgenommen. Denn das Geld für das Leaderprojekt ist für dieses Jahr genehmigt. „Die Bezirksregierung hat signalisiert, dass das Projekt ins nächste Jahr übertragen werden kann“, ist Dr. Christian Schulze optimistisch. „Wir sind alle keine Hellseher, aber ich gehe davon aus, dass das klappt.“ 

Die Fördersumme beträgt 8242,12 Euro. Der Heimat- und Verkehrsverein, der Bürgerbusverein sowie der Turnverein Wiblingwerde hatten schon 2017 die Einrichtung einer neuen Vereinszentrale verabredet. 

Dass neben der Beantragung von Fördergeldern aus dem europäischen Programm viel Handwerkliches beizusteuern ist, war allen Beteiligten der sogenannten „Wiblingwerder Runde“ klar. Nachdem die Tischlerei Dalüge aus Altena fünf neue Holzfenster eingebaut hatte, übernahm Horst Kufahl die Verputz- und Anstricharbeiten im Innenbereich. Der Maler- und Lackierermeister ist selbst Mitglied im Heimat- und Verkehrsverein. Wie das AK erfuhr, war es Horst Kufahl, der das ganze Dilemma im Kornspeicher erkannte.

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