Frische Luft ist der größte Feind des Schimmels

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Verbraucherberater Bernhard Oberle hatte Tipps parat, wie man Schimmel in der Wohnung bekämpen oder – noch besser – verhindern kann.

Nachrodt-Wiblingwerde - Viele Hauseigentümer meinen es gut: Ab Frühjahr bleibt die Kellertüre offen, in der Annahme, dass die Frischluftzirkulation den eingelagerten Hausrat und die Wände trocken hält. „Leider ist genau das Gegenteil der Fall“, erklärte am Dienstag Verbraucherberater Bernhard Oberle in der Gemeindebücherei. „Über solche Bedingungen freut sich der Schimmel erst recht!“

Es war eine unverhofft gute Resonanz, die der Mitarbeiter der Verbraucherzentrale Iserlohn in Nachrodt erfuhr: Ab 15 Uhr gaben sich die Gäste die Klinke in die Hand. Oberle ahnt, warum: „Schimmel ist stets ein individuelles Problem. Es hängt von der Bauweise eines Hauses und vom Verhalten seiner Bewohner ab. Mieter und Eigentümer müssen an einem Strang ziehen, um es zu vermeiden.“

Gern schieben sich die betroffenen Parteien gegenseitig den schwarzen Peter zu, wenn die Wände erst mal befallen sind und die Wohnung modrig riecht. Erster Schritt ist Ursachenforschung: Eine undichte Wasserleitung zum Beispiel kann auch den vorsichtigsten Bewohner nicht vor Schimmelbefall schützen. „Die Ursache zu beseitigen, ist der zweite Schritt. Erst dann ist auch die Schimmelentfernung effektiv“, so Bernhard Oberle. Leichte Schäden können mit handelsüblichen Präparaten von den Nutzern des Wohnraums selbst entfernt werden. Oberle empfiehlt eher Produkte mit Alkohol, als mit Chlor: „Alkohol verfliegt nach dem Lüften wieder, während Chlor eine harte Chemikalie ist, die an die Gesundheit gehen kann.“

Starker Schimmelbefall im ganzen Raum sollte dagegen vom Profi entfernt werden, der mit großem Gerät anrückt, um Räume zu trocknen und dem Schimmel beizukommen. Auch kostenpflichtig, aber weitaus weniger teuer kann eine prophylaktische Untersuchung der Räume sein, die auch durch die Verbraucherzentrale angeboten wird. Mit speziellem Messgerät können Kälte- und Wärmebrücken in den Wänden festgestellt werden – eine schlecht regulierte Verteilung von Wärme und Frischluft ist häufiger Auslöser von Schimmelbefall.

Häufiges Lüften sei deshalb oberstes Gebot – und zwar dann, wenn es draußen kälter ist, als drinnen. Im Sommer gelte deshalb: morgens und abends. In der Winterzeit kann nahezu jederzeit das Fenster weit geöffnet werden. Idealerweise zirkuliert die Raumluft jedes Mal komplett. Steht sie, wie bei der zur Sommerzeit geöffneten Kellertür, findet der Schimmel einen idealen Nährboden.

Die Gäste der Schimmelsprechstunde richteten am Dienstag zumeist individuelle Fragen an Bernhard Oberle. „Es sieht so aus, dass ich noch mal wiederkomme“, freute sich der Gast über die große Nachfrage. Unabhängig von der so genannten quartiersnahen Beratung vor Ort gibt es natürlich jederzeit die Möglichkeit, die Verbraucherzentrale anzusprechen. Umweltberater Bernhard Oberle ist unter der Rufnummer 0 23 71/2 19 41 07 und per E-Mail unter iserlohn.umwelt@vz-nrw.de zu erreichen. Übrigens: Schimmel kann sich auch unsichtbar bemerkbar machen: Nicht erst Ausblühungen oder modriger Geruch deuten auf ihn hin, sondern auch gesundheitliche Beschwerden wie Atemnot, Husten, Schnupfen oder geschwollene Augen. Guter Rat der Verbraucherzentrale ist in diesem Fall auch der Gang zum Arzt. - Ina Hornemann

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