„Es ist für uns so traurig wie für alle anderen“

Große Aufregung am Dümpel: Wilde Kuh verstorben

Beim Auftrieb im Oktober war die Kuh nicht der Herde gefolgt, sondern hatte das Weite gesucht.

Nachrodt-Wiblingwerde - Die wilde Kuh vom Dümpel ist tot. Wie Eckart Höll erklärt, ist das Tier gestorben, als es ein Kalb zur Welt bringen wollte. „Es ist für uns so traurig wie für alle anderen“, so der Landwirt. Unterdessen will Carsten Weiss gegen den Bauern vorgehen, „damit ihm endlich das Handwerk gelegt wird.“

„Die Kuh ist vor einigen Tagen qualvoll bei der Geburt ihres Kalbes verendet. Was alle vorhergesehen hatten, denn Anwohner haben sie, soweit sie es konnten, mit Heu und Wasser versorgt. Als sie zwei Tage am selben Platz lag und sich nicht rührte, war klar, dass sie mit halb heraushängendem Kalb verendet war.

Es gibt mehrere Zeugenfotos und Ohr-Nummer“, sagt Carsten Weiss. Er ist Nachrodt-Wiblingwerder, wohnt aber jetzt in Brilon. „Ich bin öfter runtergefahren, um Fotos zu machen“, sagt der Hufschmied, der zugibt, eine persönliche Fehde mit Bauer Höll zu haben. Nichtsdestotrotz würde es jetzt um nüchterne Fakten gehen.

Beim Auftrieb im Oktober war die Kuh nicht der Herde gefolgt, sondern hatte das Weite gesucht. „So lange sie in Ruhe leben kann, ist es das Paradies für sie“, hatte Besitzer André Höll damals erklärt. Und auch das Veterinäramt des Kreises hatte Entwarnung gegeben.

Alle Versuche, das „wilde Milchvieh“ nach Hause zu locken, scheiterten. Anwohner und Spaziergänger machten sich dagegen große Sorgen um die Kuh, die sich immer wieder gern im Wald versteckte. Und all diejenigen, die das Unheil kommen sahen, sehen sich jetzt bestätigt. „Ich kann nur noch einmal sagen, dass ich es unglaublich fand, wie sich der Bauer aus der Verantwortung gezogen hat“, schreibt eine Nachrodterin bei Facebook, eine andere erklärt: „Großtiere mit einem verendeten Jungtier im Körper sterben qualvoll, weil sie durchs tote Baby vergiftet werden. Sie wäre nicht zu retten gewesen.“

Kritik am Besitzer der Kuh

Wütend und traurig sind sehr, sehr viele. Und auch das Veterinäramt wurde informiert. „Bisher hat sich aber kein Augenzeuge gemeldet, sondern nur Leute, die etwas gehört haben. Wir haben auch keine Fotos. Wir benötigen aber konkrete Hinweise. Vorher können wir keine Stellungnahme abgeben“, sagt Ulla Erkens, Pressesprecherin des Märkischen Kreises.

Der Besitzer des Tieres fühlt sich zu Unrecht angegriffen. „Wir haben regelmäßig versucht, das Tier einzufangen“, sagt Eckart Höll. „Und haben ja gehofft, dass da unten alles gut geht.“ Dass bei der Geburt Komplikationen eintreten können, sei nicht ungewöhnlich. „In der Regel schaffen es die Tiere gut alleine, aber wenn beispielsweise eine Verdrehung vorliegt oder eine Rückwärtslage, dann kann die Geburt sehr schwer werden. Im Stall kann man dann helfen.

Deshalb wäre es auch für uns wichtig gewesen, die Kuh hier zu haben“, erklärt der Landwirt, der seinen Berufsstand häufig in der Kritik sieht. „Es ist ja immer alles schlecht, was der Landwirt macht.“ Die tote Kuh hat er abgeholt.

Carsten Weiss will die Geschichte nicht auf sich beruhen lassen. „Ich alleine werde aber nichts ausrichten können und das Veterinäramt hat Angst vor diesem Mann. Ich habe Peta eingeschaltet“, versucht Carsten Weiss einen Weg über die größte Tierschutzorganisation einzuschlagen.

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