Baumstamm mit Grillanzünder in Brand gesetzt

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Nicht der aktuelle Fall, aber auch in der Gemeinde: Camper verursachten einen Brand bei Wörden.

Nachrodt-Wiblingwerde- Die Würstchen duften auf dem Grill. Ein Gläschen Wein dabei. Oder ein Bier. Das ist das Highlight dieser Tage. Keine Frage. Auch für junge Leute. Dass sie statt bei „Mama im Garten“ lieber mit einem Einweggrill in den Wald spazieren, ist allerdings grob fahrlässig. Passiert ist dies im Bereich Helbecke/Opperhusen. Und es kommt noch schlimmer.

„Es wurde auch ein Baumstamm mit Grillanzünder in Brand gesetzt“, sagt Revierförster Christof Schäfer. „Das ist vorsätzliche Brandstiftung.“ Glücklicherweise, so der Förster, ist nichts Schlimmeres passiert. Informiert wurde er von Karl-Heinz Tacke.

Die reizvolle Gegend mit Blick über Nachrodt und auf die Einsaler Walwerke, direkt am Holzlagerplatz, hatte augenscheinlich auf die Clique eine anziehende Wirkung. So „anziehend“, dass sie ihren Müll gleich dort liegen ließ. „Pappteller, Becher, Flaschen und Grill wurden wie selbstverständlich die Böschung heruntergeworfen und im Wald entsorgt“, ist Christof Schäfer wenig amüsiert. Auf eine Anzeige gegen Unbekannt verzichtete er. „Man hätte sie auf frischer Tat erwischen müssen.“

 Das Tête-à-tête im Wald mit Grillparty ist nichts Ungewöhnliches. „Vor einem Jahr waren Jugendliche nachts in der Brachtenbecke und haben Bäume angekokelt. Anwohner haben das Feuer gesehen und die Feuerwehr verständigt. Die ist ausgerückt, hat aber die Übeltäter nicht mehr erwischt“, erzählt der Förster.

Dass es sich in erster Linie um Jugendliche handelt, die in den späten Abendstunden oder Nachts im Wald „ein Feuerchen“ machen, steht für ihn außer Frage.

Dabei ist selbst rauchen im Wald verboten. Vom 1. März bis zum 31. Oktober gilt gemäß Landesforstgesetz im Wald Rauchverbot. Das macht durchaus Sinn, da Waldbrände meist durch weggeworfene Zigarettenkippen ausgelöst werden.

Grillen außerhalb dafür ausgewiesener Plätze ist ebenfalls verboten – und gefährlich. Zudem sollten Waldwege und deren Zufahrten – nicht nur wegen Brandgefahr durch heiße Katalysatoren – nicht mit Autos zugeparkt werden.

 Der letzte große Waldbrand war am Salzlager. „Da sind größeren Schäden entstanden. Doch der Auslöser war nicht zu klären“, sagt Revierförster Schäfer.

Er bittet auch die Spaziergänger, die Hunde anzuleinen. „Überall gibt es jetzt Jungwild“, so Schäfer. Kitze und Junghasen hat er schon gesehen. Und auf keinen Fall solle man ein Kitz anfassen oder gar mitnehmen. „Wenn das Kitz angefasst wird, dann ist das Kind in den Brunnen gefallen, dann wird es von der Mutter nicht mehr versorgt.“ Auch, wenn es den Anschein hätte, dass das Kitz verlassen im Wald liegen würde, so wäre das nicht so. Die Ricke sei sicher in der Nähe. Und das Kitz sei sicher nicht krank. „Man sollte das Kitz in Ruhe liegen lassen. Es hat eine Fluchthemmung und wird nicht aufspringen und weglaufen.“

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