Glückliche Gänsejugend auf dem Eickhoff

Niedlich anzusehen sind die gelblichen Küken.

NACHRODT-WIBLINGWERDE Der „Eickhoff“, zwischen Nachrodt und Wiblingwerde gelegen, ist ein idyllisches Fleckchen, wo sich nicht nur dessen Bewohner wohl fühlen. Auch die Tiere, die dort zu finden sind, führen ein „sorgenfreies“ Leben. Das jedoch kann manchmal schon recht kurz ausfallen. Von Hartwig Bröer

Das betrifft in erster Linie die Gänse, die sich auf dem Hof befinden. Andreas Grennigloh, der das Anwesen gemeinsam mit Ehefrau Anja bewirtschaftet, erklärt: „Wir haben so im Schnitt 30 bis 40 Gänse hier.“ Zu St. Martin und zu Weihnachten ereilt sie allerdings das Schicksal einer Weihnachtsgans. Sie werden geschlachtet.

Das sei früher, als sein Vater den Hof betrieben habe, schon so gewesen, erklärt Grennigloh. Aber damals habe man davon noch leben können. Grennigloh betreibt die Hausschlachterei allerdings nicht aus wirtschaftlichen Gründen. Bei den wenigen Gänsen, die nach der Schlachtung verkauft würden, sei bestenfalls ein Zubrot zu erwarten. Daher erfolgte die Abgabe auch nur an Privatkunden und Bekannte.

„Ich verkaufe ja Obst und Gemüse“, sagt Grennigloh. Und da werde er schon einmal von langjährigen Kunden angesprochen, ob er nicht eine Weihnachtsgans besorgen könne. Und im Freundes- und Bekanntenkreis gäbe es auch einige Anfragen. Grennigloh verfügt über eine sogenannten Altbrut. „Wir züchten hier keine Gänse. Wir haben drei Weibchen und einen Ganter“. Und dann lasse man halt der Natur ihren Lauf. Im Frühjahr würden die Eier gelegt und bis etwa Mai bebrütet. Danach schlüpfen die Jungen. In den ersten paar Tagen halte man sie im Stall, aber danach hätten sie freien Auslauf auf dem gesamten Gelände. Die Gänse fressen fast ausschließlich Gras. Lediglich ein wenig Getreide und Hafer würden zugefüttert, erklärt Grennigloh.

Im Alter von etwa einem halben Jahr würden die Jungtiere dann geschlachtet. „Aber ich glaube schon“, so Anja Grennigloh, „dass sie bis dahin ein schönes Leben hier geführt haben. Ich hoffe es wenigstens.“ Die Hausschlachtung hat Grennigloh von seinem Vater übernommen, sie jedoch auf ein Minimum reduziert. Sein Hauptgeschäft ist und bleibt der Verkauf von Obst und Gemüse.

Der Verkauf der Gänse sei im Grunde genommen nur ein Gefallen, den er den wenigen Abnehmern tun könne. „Wenn man die Futterkosten und den Arbeitsaufwand rechnet, ist die Hausschlachtung nicht rentabel, ganz im Gegenteil“, erklärt Grennigloh. Er führe dies lediglich aus Tradition fort. Doch seine Privatkunden wie auch der Freundes- und Bekanntenkreis können sich nach wie vor auf ihre Weihnachtsgans freuen. „Die werde ich natürlich auch weiterhin beliefern“, so Grennigloh.

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