1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Nachrodt-Wiblingwerde

Gleisausbau für Güterverkehr: Tunnel wird untersucht

Erstellt:

Von: Susanne Fischer-Bolz

Kommentare

Die Baugrunduntersuchungen des Nachrodter Bahntunnels finden auf dem Parkplatz am Holensiepen statt.
Die Baugrunduntersuchungen des Nachrodter Bahntunnels finden auf dem Parkplatz am Holensiepen statt. © Fischer-Bolz, Susanne

„Wir bohren nicht nach Öl“, sagt der junge Mann lachend. Im strömenden Regen und bei pfeifendem Wind sind seine Wort kaum zu verstehen. Aber was sind das für Bohrungen am Holensiepen?

Nachrodt-Wiblingwerde – Der Lärm des riesigen Baugerätes tut sein Übriges. Ein bisschen versteckt auf dem Parkplatz vor dem Wilhelm-Mestekämper-Stadion finden Baugrund-Untersuchungen statt. Darunter befindet sich der Bahntunnel. Und genau dorthin wird gebohrt. Die Arbeiten haben nichts mit den Flutschäden zu tun. Es handelt sich um Tunneluntersuchungen im Rahmen des Ausbau-Projektes „Hagen-Siegen-Hanau“. Diese Bohrungen finden zurzeit am Nachrodter Tunnel und am Rahbacher Tunnel statt.

Profile von zehn Tunneln sollen erweitert werden

„Im Rahmen dieses Ausbauprojektes plant die Deutsche Bahn, die 241 Kilometer lange Strecke Hagen-Siegen- Hanau für die steigenden Anforderungen an den Güterverkehr auszubauen“, erklärt Dirk Pohlmann, Pressesprecher NRW der Deutschen Bahn AG Im Rahmen der Arbeiten werden unter anderem die Profile von zehn Tunneln erweitert und Überholgleise für Güterzüge gebaut.

Leistungsfähigkeit der Strecke steigern

„Durch den Ausbau wird die Leistungsfähigkeit der Strecke langfristig gesteigert. Derzeit befindet sich das Projekt in der Phase der Vorplanung. Seit Frühjahr 2021 finden an den einzelnen Tunneln Baugrund-Untersuchungen statt, um aus den Ergebnissen Rückschlüsse über den Zustand des Baugrundes zu erhalten und daraus Informationen über mögliche Bauverfahren abzuleiten“, erklärt der Bahnsprecher.

Die Details: Die zweigleisige Strecke von Hagen über Siegen bis nach Hanau führt durch eine Vielzahl von Tunneln. Die Tunnel haben zusammen eine Länge von circa 4,2 Kilometern: Nachrodter Tunnel (629 Meter); Pragpauler Tunnel (83 Meter); Hünengraben-Tunnel (144 Meter); Buchholzer Tunnel (935 Meter); Husberger Tunnel (793 Meter); Ütterlingser Tunnel (222 Meter); Werdohler Tunnel (315 Meter); Baukloher Tunnel (306 Meter); Sieseler Tunnel (95 Meter); Rahrbacher Tunnel (698 Meter).

Vorplanung

Durch den Ausbau, so heißt es im Bauinfo-Portal der Bahn, können Güterzüge, insbesondere jene des kombinierten Verkehrs, die Tunnel durchfahren. Weitere Anpassungsarbeiten ermöglichen das Befahren der Strecke für Güterzüge mit einem Gewicht bis maximal 1800 Tonnen. Das Projekt befindet sich derzeit in der Phase der Vorplanung. In diesem Rahmen werden verschiedene Varianten für die Tunnelprofil-Erweiterung und die kapazitätssteigernden Arbeiten untersucht.

Öffentlichkeitsbeteiligung

Hierdurch werden Einflussfaktoren wie bauliche und konstruktive Gestaltung, Zweckmäßigkeit, Wirtschaftlichkeit, Lebenszykluskosten, Umweltverträglichkeit und eisenbahnbetriebliche Belange ermittelt, um die am besten geeignete Variante auszuwählen. Dazu sollen auch Öffentlichkeitsbeteiligungen stattfinden. Münden wird die Variantenauswahl in der sogenannten parlamentarischen Beteiligung des Bundestages.

Das Projekt ist in mehrere Planungsabschnitte unterteilt. Im ersten Abschnitt ist die Erweiterung der Tunnelprofile für den Nachrodter Tunnel, den Pragpauler Tunnel, den Hünengraben-Tunnel und den Buchholzer Tunnel vorgesehen.

Auch interessant

Kommentare