Highspeed-Internet für Veserde

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Bürgermeisterin Birgit Tupat (Mitte) empfing Vertreter von Unitymedia und den Iserlohner Stadtwerken im Amtshaus. Der Netzausbau und der Bau von Gasanschlüssen in Veserde, Hinterveserde und Wörden steht in den Startlöchern

Nachrodt-Wiblingwerde - Eine Internetseite öffnen (wollen) und dann...... erst einmal einen Kaffee kochen. „Nachts geht es schneller“, schmunzelt Peter Homann. Der Straßen- und Tiefbauer aus Veserde ist das Zünglein an der Waage. Dadurch, dass Homann in Eigenleistung einen 1600 Meter langen Graben für das Glasfasernetz zieht, wird es bald auch in Veserde, Hinterveserde und Wörden Highspeed-Internet geben. Unitymedia investiert dafür 220000 Euro und realisiert das Projekt gemeinsam mit den Stadtwerken Iserlohn.

 Im Büro der Bürgermeisterin strahlten alle um die Wette: Frank Schubert, Unitymedia-Key Account Manager, seine Kolleginnen Dr. Eva-Maria Ritter (Pressesprecherin) und Judith Rosarius (Projektleiterin) Thomas Armoneit, Bereichsleiter bei den Stadtwerken, Peter Homann und natürlich Birgit Tupat. Die Bürgermeisterin war es, die die Fäden im vergangenen Jahr geknüpft hatte.

Jetzt stehen alle in den Startlöchern: Denn nachdem im Januar eine Informationsveranstaltung auf ein riesiges Interesse gestoßen war (130 Veserder waren dabei), müssen nun noch ein paar bürokratische Hürden genommen werden, bis der erste Spatenstich im Juli stattfindet. „Bis zur Frostperiode soll das Vorhaben abgeschlossen sein“, sagt Frank Schubert. Dann sind 150 Haushalte direkt mit Glasfaser bis ins Haus versorgt. Wörden und Hinterveserde sind übrigens ebenfalls dabei. Und: Von den 86 Gebäuden im Dorf werden (bis jetzt) dann auch 40 mit einem Gasanschluss von den Stadtwerken Iserlohn versorgt.

2100 Haushalte, knapp 70 Prozent, werden vom Kabelnetzbetreiber Unitymedia in Nachrodt-Wiblingwerde aktuell bedient. Jetzt kommen noch ein paar hinzu, die für andere Unternehmen augenscheinlich niemals interessant waren. „Als wir noch nicht im Stärkungspakt waren, gab es sogar noch Mittel im Haushalt. Da wurden verschiedene Anbieter gefragt, die aber immer gleich abgewunken haben“, erzählt Bürgermeisterin Birgit Tupat.

Die nachträgliche Erschließung muss auch für Unitymedia wirtschaftlich sein. „Und es muss eine ideelle Unterstützung von der Kommune geben. Denn, wenn das nicht passiert, dann funktioniert das nicht. Man benötigt auch Multiplikationen“, sagt Frank Schubert und verspricht, dass man nach dem Ausbau in Veserde auch für die Zukunft vorgesorgt hat – in Richtung Docsis 3.1 und riesigen Datenmengen, die bewegt werden können. Download-Geschwindigkeiten von 400 Mbit sind im Moment möglich, die meisten Neukunden aus dem Höhendorf haben sich „nur“ für 120 Mbit entschieden. So weit, so schnell.

„Veserde ist weit abgelegen und normalerweise kein Projekt, das wir stemmen können“, so Frank Schubert. Durch die gemeinsame Aktion mit dem Tiefbauer und den Stadtwerken liegen die Kosten nun bei 548 Euro für einen Unitymedia-Anschluss. Entgegen der ursprünglichen Planung wird auch noch der Schwenk nach Wörden gemacht. „Das ist ein schönes Beispiel auch für den Rest der Republik“, findet Unitymedia-Pressesprecherin Dr. Eva-Maria Ritter.

 Tatsächlich sollen alle profitieren: Die Anwohner, die sich bislang beim Thema Internet die Haare raufen, und die beteiligten Unternehmen ebenso. Die Stadtwerke freuen sich, dass sich viele Bürger für eine Gasversorgung entscheiden. Bis jetzt gibt es vorwiegend Öl, Nachtstromspeicher oder Flüssiggas in Veserde. „Man muss nicht selber bevorraten, hat mehr Platz im Keller und es ist umweltschonender“, nennt Thomas Armoneit die Vorteile von Gas. Es sei übrigens auch möglich, die Heizung zu mieten.

„Das hat den Vorteil, dass nicht im großen Maße investiert werden muss, sondern dass die Kosten auf zehn Jahre verteilt werden. Die Anlage geht dann in den Besitz des Kunden über. Wir haben jetzt einen Projektpreis von 3500 Euro für den Gasanschluss. Die Bürger können sich noch entscheiden, so lange der Graben offen ist.“

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