Gisela Jochen erinnert sich an ihre ersten Jahre im TuS Nachrodt

Turner auf der Ladefläche

+
Erinnerungen: Gisela Jochen zeigt Heinz-Joachim Even ihr Fotoalbum mit vielen Bildern vom TuS Nachrodt.

Nachrodt-Wiblingwerde – Wenn Gisela Jochen zusammen mit dem TuS-Vorsitzenden Heinz-Joachim Even durch ihr Fotoalbum blättert, werden Erinnerung an lange vergangene Zeiten wach: Turnfeste, Vorführungen, Fahrten und Wanderungen. Und es fallen viele Namen, denn Gisela Jochen hat ein hervorragendes Gedächtnis.

 Im Rahmen der jüngsten Jahreshauptversammlung ist die Nachrodterin für 60-jährige Mitgliedschaft im Sportverein TuS Nachodt-Obstfeld ausgezeichnet worden. Seit 73 Jahren lebt Gisela Jochen, geborene Politowski, in der Doppelgemeinde. Heute ist sie 76 Jahre alt. Genau genommen, sagt Gisela Jochen, sei sie sogar schon mehr als 60 Jahre Mitglied des TuS, denn über die Familienmitgliedschaft gehörte sie dem Verein durch ihren Vater Bruno schon etliche Zeit vor dem offiziellen Eintrittsjahr 1959 an.

Der Vater, der eine Damenriege des TuS leitete, habe schon früh Wert darauf gelegt, dass sich die kleine Gisela am Turnbetrieb beteiligte. „Da wurde ich auch schonmal mit dem Rad zum Holensiepen hinauf geschoben.“ Deshalb reichen ihre Erinnerungen an das Vereinsleben vergangener Jahr weit zurück. Beim Blick auf die kleinformatigen Schwarz-Weiß-Fotos mit gezackten Rändern fallen Namen wie „Büchse“ Renfort, Knipp, Röbbecke, Böhl und „Puppa“ Renate Ernst (Sartory). Und Rolf Ritter. Der war Hausmeister in der vereinseigenen Turnhalle am Hohlensiepen, und mit einem Kanonenofen „hat er immer schön gestocht.“

Die vereinseigene Halle lag östlich der heutigen Lennehalle. Auf das Wort „vereinseigen“ legt der TuS-Vorsitzende in diesem Zusammenhang im Übrigen besonderen Wert. Auch auf dem alten Sportplatz an der Altenaer Straße sei immer viel losgewesen, erinnert sich Gisela Jochen. Und überhaupt: Vatertagswanderungen mit Kind und Kegel, bei denen der halbe Verein auf den Beinen war „für die Kinder gab es Sackhüpfen und Eierlaufen“, ergänzt die langjährige Turnerin. Der Zusammenhalt in den Gruppen sei insgesamt ganz hervorragend gewesen, die Kameradschaft wurde sehr hochgehalten. Später dann sei man auch gemeinsam Kegeln gegangen und es gab Kurzurlaube, zum Beispiel in Grömitz. Sportlich widmete sich die Nachrodterin über viele Jahre den Ringen, dem Barren, dem Reck und dem Bodenturnen. Wenn es um die Leichtathletik ging, dann war sie dagegen „zum Anfeuern“ unterwegs.

Ganz besonders hat Gisela Jochen aus den frühen Jahren die Fahrten zu auswärtigen Veranstaltungen, etwa Turnfesten, in Erinnerung. Da kam es den Turnern zu Gute, dass ihr Vater Bruno einen Handel mit Kohlen und Briketts führte – und einen LKW seinen eigen nannte, übrigens einen mit Holzgas-Antrieb. „Da kamen hinten Bänke auf die Ladefläche und dann sind wir losgefahren“, erzählt Gisela Jochen, da habe sich niemand drum geschert. „Heute“, wendet der TuS-Vorsitzende ein, „gäbe das ganz schön Theater.“ Unter der Woche seien eben Kohlen auf der Ladefläche transportiert worden, am Wochenende dann Turner.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare