CDU gibt für die Stichwahl keine Empfehlung ab

Gespanntes Warten nach Schließung der Wahllokale am Sonntagabend im Bürgermeisterzimmer des Amtshauses. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Die Sitzung des Wahlausschusses am Montagmorgen war nur eine Formsache: Die Bürgermeisterwahl am Sonntag sei korrekt abgelaufen, stellte das Gremium fest. Damit war das erste wenige Stunden alte Wahlergebnis amtlich.

Der Ausschuss hatte schon so kurz nach der Wahl tagen müssen, damit rechtzeitig die Weichen für die Stichwahl am nächsten Sonntag gestellt werden konnten. Bereits am Montag hat die Gemeindeverwaltung die Briefwahlunterlagen an alle 902 Wahlberechtigten verschickt, die bereits für den ersten Wahlgang diese Form der Abstimmung gewählt hatten. „Weitere Briefwahlanträge sind allerdings immer noch möglich“, betonte Wahlleiter Jürgen Röll.

Der Tag nach der Wahl war für die Kandidaten auch der Zeitpunkt, ein Fazit zu ziehen und sich neu auszurichten. Ein Thema war dabei die geringe Wahlbeteiligung von nur 49,3 Prozent. „Danke, danke für die tolle Unterstützung und für’s Daumendrücken in den letzten Wochen“, postete beispielsweise Gerd Schröder (SPD) auf seiner Facebook-Seite. Dass es nun zur Stichwahl komme, sei „nicht wirklich überraschend“, so Schröder weiter. „Bedauerlich ist, dass es der Hälfte der Nachrodt-Wiblingwerder völlig egal ist, wer demnächst ihr Bürgermeister ist“, ging er auf die Wahlbeteiligung ein.

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Auch die parteilose Kandidatin Birgit Tupat dankte bei Facebook ihren Unterstützern und ging dann auf das geringe Interesse an der Wahl ein: „Leider lag die Wahlbeteiligung nur bei 49,25 Prozent. Das muss bei der Stichwahl besser werden. Alle sollten von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen“, appellierte sie im Internet.

CDU-Kandidat Klaus-Dieter Jacobsen, der im ersten Wahlgang ausgeschieden war, am Montag aber immerhin seinen 52. Geburtstag feiern konnte, hatte seinen Internetauftritt schon wenige Stunden nach der Wahl überarbeitet und alle Inhalte aus der Wahlkampfzeit gelöscht. Stattdessen war dort neben seinem Dank für Zuspruch und Unterstützung seine Stellungnahme zum Wahlausgang zu finden: Die Gemeinde ist noch nicht auf grundlegende Neuerungen eingestellt. Wohin uns Bürgermeister aus der Verwaltung gebracht haben sehen wir jetzt und werden wir in Zukunft sehen. Die Chance auf Veränderung ist für Nachrodt-Wiblingwerde vorbei“, äußerte er sich enttäuscht. Er wolle sich dennoch weiterhin ehrenamtlich für die Gemeinde einsetzen. „Dies tue ich, trotz der Gewissheit, das das Amt des Bürgermeisters nicht die Anerkennung erfährt, die dieses Amt verdient hat. Die absolut niederschmetternde Wahlbeteiligung für diese Bürgermeisterwahl zeigt uns dieses“, so Jacobsen.

Die CDU will nach Worten ihres Vorsitzenden Ulrich Gülicher übrigens für die Stichwahl keine Empfehlung an ihre Anhänger aussprechen. „Wir werden den Dingen ihren Lauf lassen. Der Bürger soll entscheiden“, erklärte Gülicher im Gespräch mit dem Altenaer Kreisblatt. Eine gute Zusammenarbeit mit dem neuen Bürgermeister sei für die CDU aber selbstverständlich: „Wir wollen die schwierigen Dinge gemeinsam angehen“, so Gülicher. ▪ vg

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