„Es gibt keine positiven Beispiele“

Nicole Schnier.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ „Nicht so viel von Familie Schleck essen - lieber mehr von Familie Müller oder Familie Fruchtig!“ Solche und andere gute Ratschläge haben sich in den letzten Tagen manche Eltern angehört, deren Kinder das Familienzentrum Fibs an der Bachstraße besuchen.

Was es mit den Ernährungsgewohnheiten der drei merkwürdigen Familien Schleck, Müller und Fruchtig auf sich hat, erfuhren die Eltern – vertreten waren die Mütter – am Donnerstagnachmittag von Nicole Schnier. Die selbstständige Ernährungswissenschaftlerin aus Hemer war in den Kindergarten gekommen, um das Projekt „Clever essen“ zum Abschluss zu bringen (AK berichtete). Schnier hatte viele Hinweise zu richtiger und vor allem kindgerechter Ernährung im Gepäck. Für manche möglicherweise überraschend: „Kinder brauchen keine Kinderlebensmittel“, so lautete ein klarer Rat der Referentin. Mit dieser Produktsparte ging die Hemeranerin hart ins Gericht, präsentierte etliche Negativ-Beispiele und demonstrierte deren hohen Zuckergehalt anschaulich mit Zuckerwürfeln, die zusammen mit dem jeweiligen Produkt gezeigt wurden. Ausnahmen? Fehlanzeige. „Es gibt keine positiven Beispiele“, so die Hemeranerin. Zu den ausgestellten Produkten gehörte auch das Cerealien-„Knusperfrühstück“ eines bekannten Herstellers  – es wurde ohne Zuckerwürfel gezeigt. „Weil ich so viele gar nicht auf die Packung legen könnte“, enttarnte Schnier eine süße Bombe. Die richtige Alternative: „Haferflocken mit frischem Obst.“ Schnier ist selbst Mutter eines Sohnes und macht eigene Erfahrungen mit kindlichen Essgewohnheiten, die nicht im Sinne der Gesundheit sind. Sie riet den Eltern nicht zu verzweifeln sowie das Ermahnen und Erinnern nicht zu vergessen; „aber dabei nicht penetrant werden.“

Ein Teil ihres Vortrags fußte auf eine Ernährungspryramide, die ein einfaches und alltagstaugliches System darstellt, mit dem jedermann sein Ernährungsverhalten optimieren kann - ganz ohne Kalorienzählen. Mit anschaulichen Symbolen, Ampelfarben und über eine Unterteilung in Ebenen bietet das Modell eine klare Orientierung im Alltag. Sie gibt den äußeren Rahmen vor, der nach eigenem Geschmack und Energiebedarf gefüllt werden kann. ▪ tk

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