Es gibt Ärger im Revier

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Die Mitglieder der Jagdgenossenschaft sehen sich mit teils schweren Problemen konfrontiert. -

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Ausgesprochen kontrovers diskutierten am Dienstagabend die Mitglieder der Jagdgenossenschaft das Thema Jagdpacht und freilaufende Hunde. Beide Themen erhitzen die Gemüter im Höhendorf schon seit längerem. Im Schlosshotel Holzrichter ließen die Genossen ihrem Frust auf der jährlich stattfindenden Versammlung freien Lauf.

„Die Jagdpacht ist zu hoch“, findet Heiko Cordt. Er stellte bereits im vergangenen Jahr einen Antrag auf Verringerung der Jagdpacht, die derzeit 20 Euro pro Hektar betrage. Bei den beträchtlichen Wildschäden seien die damit verbunden Aufwendungen der Jagdpächter nicht mehr zeitgemäß. Ernst-Jörg Pühl, zweiter Vorsitzender, erklärte daraufhin, dass sich der Vorstand dazu entschieden habe, diesem Antrag nicht statt zu geben. Auch aufgrund der zukünftig entfallenden Jagdsteuer sehe der Vorstand derzeit keinen Grund, die bestehenden Pachtverträge zu ändern.

Im Nu entfachte eine angeregte Diskussion. „Sollen wir die Kuh denn solange melken, wie es geht?“, fragte Cordt die Runde. Volker Kückelhaus hingegen war ebenfalls gegen eine Verringerung, es könne schließlich nicht sein, dass die Land- und Forstwirte immer an letzter Stelle stünden. Ähnlich wie er sieht das auch Walter Weustermann: „Wir Landwirte sind ja durch die Wildschäden auch die Leidtragenden.“

Hegeringsleiter Udo Kalthof sieht die Probleme der Jäger, denn ihnen wird der Altag erschwert. Die neue Fütterungsverordnung und natürlich die zahlreichen Wanderer, Reiter, Hunde, Mountainbiker und Quadfahrer erschwerten die Arbeit. So sei in den letzten Jahren viel weniger Wild geschossen worden. Dennoch appellierte Kalthof an die Genossen: „Wir wollen doch das Verhältnis untereinander nicht zerstören.“ In zwei Jahren laufen die Verträge aus, dann sei auch die richtige Zeit, über so etwas erneut zu beraten.

Nachdem wieder ein wenig Ruhe eingekehrt war, kochte die Stimmung wenige Augenblicke später erneut hoch. Das Zahl der freilaufenden Hunde scheint sich keineswegs zu reduzieren, im Gegenteil. Insbesondere in den Gebieten rund um das Neubaugebiet Niggenhuser Hof gebe es massive Konflikte. „Die Hunde lösen sich auf den Wiesen, toben durchs hohe Gras und Getreide und unsere Tiere müssen das fressen. Da bestehen auch massive gesundheitliche Bedenken“, erklärte Cordt die Problematik. Geschäftsführerin Birgit Tupat: „Hunde gehören im Wald an die Leine. Außerdem ist das Spazieren gehen, ob mit oder ohne Hund, über bewirtschaftete Wiesen und Felder oder Stilllegungsflächen grundsätzlich verboten!“ Hundehalter zeigen jedoch wenig Einsicht, so dass dieser Konflikt wohl noch länger Thema in der Gemeinde sein wird.

Ebenfalls verärgert zeigte sich Jochen Bäcker. Rund um Brenscheid sei das Jagen und die Landwirtschaft besonders stark beeinträchtigt. Denn dort gäbe es neben freilaufenden Hunden immer wieder Probleme mit einem Reitstall. „Die Reiter kann man ansprechen und einen Tag später galoppieren sie wieder durchs hohe Gras oder verjagen abends das Wild“, beschwert er sich. Ernst-Jörg Pühl, selbst Reitstallbesitzer sieht die Verantwortung dort vermehrt bei den Betreibern: „Ich erkläre es meinen Reitern und sorge selbst dafür, dass es möglichst zu keinen Konflikten kommt.“

Auch die Genossen aus den anderen Gebieten konnten sich über das Reiten im Wald nicht beschweren. Wenn es mal Probleme gäbe, sei nach einem Gespräch meistens alles geklärt. Von solchen Zuständen kann Bäcker nur träumen.

Ebenfalls problematisch sei das Paintballspielen in einem Waldgebiet. „Da herrscht mehrmals im Jahr Ausnahmezustand und wir können rechtlich nichts dagegen tun“, berichtet er. Hinzu kämen Mountainbiker und Quadfahrer, die querfeldein durchs Revier jagen. Da sei es kein Wunder, dass sich

Revierförster Christof Schäfer appellierte an die Versammlung immer wieder das Gespräch mit den „Störenfrieden“ zu suchen, denn oftmals sei es reine Unwissenheit. Zudem solle man sich Nummernschilder notieren. - lm

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