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Gesperrte B236: Gute Nachricht für alle Autofahrer nach letzter Sprengung

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Die fünfte und letzte Sprengung war nicht so gewaltig. Das lag auch daran, dass im unteren Bereich gesprengt wurde.
Die fünfte und letzte Sprengung war nicht so gewaltig. Das lag auch daran, dass im unteren Bereich gesprengt wurde. © Fischer-Bolz, Susanne

Ein lauter Knall. Und eine kleine Staubwolke. Nach wenigen Sekunden ist alles vorbei. Sprengmeister Uwe Langguth läuft zum Ort des Geschehens, nickt zufrieden und meint: „Jetzt könnt ihr gucken kommen.“ Und für alle Autofahrer, „Im-Stau-Sitzer“, Anwohner und Firmen gibt es gute Nachrichten.

Nachrodt-Wiblingwerde – Die fünfte und letzte Sprengung an der gesperrten B236 geht eher unspektakulär über die Bühne. Nicht einmal die 42 Schutzmatten donnern auf die Straße. Sie kleben unten am Fels, am allerletzten Stück Gestein, das ins Jenseits befördert werden musste. Gewaltige 400 Tonnen waren das tatsächlich.

Sprengmeister Uwe Langguth mit dem Signalhorn.
Sprengmeister Uwe Langguth mit dem Signalhorn. © Fischer-Bolz, Susanne

Wo ist der Absperrungsplan?

Das alles wie am Schnürchen läuft, stimmt durchaus, mit einem klitzekleinen Haken: Als die 70 Bohrlöcher mit Sprengstoff geladen, die 200 Meter Zündleitung verlegt sind, und es eigentlich losgehen könnte, fehlt plötzlich der Absperrungsplan. Wer muss wo für die Sprengung welche Straße sperren? Niemand darf sich im Gefahrenbereich aufhalten. Doch bis auf die Polizeibeamten sind nur neue Mitstreiter vor Ort, da diejenigen, die bei den ersten vier Sprengungen geholfen hatten, krankheits- oder urlaubsbedingt ausfallen. Da ist guter Rat teuer. Andreas Berg, Pressesprecher von Straßen.NRW, und seine Kollegin, Bauingenieurin Mona Witkowski, werden auf dem Laptop fündig. Es kann losgehen. Zeitverzögerung: nur wenige Minuten.

Die Schutzmatten, 42 an der Zahl, blieben dieses Mal hängen. Sie sind aus alten Lkw-Reifen
Die Schutzmatten, 42 an der Zahl, blieben dieses Mal hängen. Sie sind aus alten Lkw-Reifen. © Fischer-Bolz, Susanne

Gillette-Baustelle

Und sonst? Die Sprengungen am Fels und die Arbeiten in ihrer Gesamtheit gehen wahrscheinlich als Gillette-Baustelle in die Geschichte ein. So glatt wie rasiert, wie Andreas Berg schmunzelnd erzählt. Mit ein bisschen Glück kann die Vollsperrung Mitte August aufgehoben werden. Dann wurden insgesamt 2000 Tonnen Grauwacke aus dem Berg gesprengt. Ein Desaster oder unliebsame Überraschungen hat es zu keiner Zeit gegeben. Das war, wie Andreas Berg sagt, bei den Felssicherungsarbeiten zwischen Wetter und Herdecke ganz anders. Dort hatte es tatsächlich Anschläge auf die Bauarbeiter gegeben, dort wurde ein Skelett gefunden, dort musste man mit Stacheldraht-Zaun die Baustelle sichern. In Nachrodt dagegen können die Bewohner der Ehrenmalstraße und die Firmen, die sehr unter der Vollsperrung leiden, bald aufatmen. „Die Zeit ist doch relativ schnell ‘rumgegangen. Wenn es täglich ein Riesenchaos gegeben hätte, wäre es uns allen sicher länger vorgekommen“, sagt Bürgermeisterin Birgit Tupat: „Die Höhenbegrenzung, die wir gefordert hatten, ist Gold wert. Natürlich gibt es immer noch Lkw-Fahrer, die die Beschilderung ignorieren, aber es hätte schlimmer kommen können.“

Abtransport der Felsbrocken

Der Countdown läuft: Jetzt ist aber erst wieder Bauunternehmer Sigi Müller gefragt, der den Abtransport der gesprengten Felsbrocken übernimmt.

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