Mit Geschick und Können

Geschossen wird mit umfunktionierten Jagdgewehren. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Hunderte von Malen hat es schon gekracht im Schlosshotel Holzrichter in Veserde. Aber alle Be- und Getroffenen erfreuen sich bester Gesundheit. Das gilt sowohl für Moorhühner wie auch für Wildsauen.

Vor rund einem Jahr wurde im Schlosshotel eine sogenannte Laser-Schießanlage installiert. Mittels dieser Anlage wird auf eine Großleinwand beispielsweise das Szenario um die Moorhühner projeziert. Und für die Benutzer heißt es dann: „Feuer frei“.

Geschossen wird auch auf Tontauben, Schießscheiben oder auf einem Band laufende Figuren, wie man es in Schießbuden beobachten kann. Allein das Spaßprogramm ist derart umfangreich, dass man es an einem einzigen Tage nicht abarbeiten kann.

Gleiches gilt für die animierten Szenen. Hier werden Situationen dargestellt, die sich während einer Jagd tatsächlich ereignen könnten. Es handelt sich dabei um eine Mischung aus Real- und Animationsfilm. Hier hat es der Schütze dann auch mit sich relativ schnell bewegenden Objekten zu tun, wobei die Geschwindigkeit variabel eingestellt werden kann. Hier finden echte Aufnahmen Verwendung. Sie allesamt wurden von Hochsitzen aus gefilmt und zeigen beispielsweise das Überqueren eines Waldweges durch eine Rotte Wildsauen. In dem weitaus überwiegenden Teil dieser Filme sieht man also nur, wie die Tiere sich bewegen.

Zielt der Schütze nun und trifft das Objekt, bleibt das Bild für etwa zwei Sekunden stehen und der Laser-Rechner zeigt an, wo das Tier getroffen wurde. Dann läuft der Film weiter und dem Wildschwein geht es offenbar besser als vor dem „Blattschuss“.

Doch Reaktion und auch Konzentation sind gefragt. Denn es kann durchaus sein, dass auch einmal ein Jagdhund den Weg kreuzt. Der allerdings wurde nach Aussage von Markus Roggel bislang verschont. Neben Roggel bedienen auch Thomas Holzrichter und Marcel Kaminski die nicht nur sehr teure, sondern auch komplizierte Anlage. „Geschossen wird übrigens mit echten Gewehren“, erklärte Roggel, der am Samstagabend eine Gastgruppe betreutet. „Das sind ehemalige Jagdwaffen aus dem Privatbesitz der Familie Holzrichter.“ Die Waffen wurden umgebaut, ein Laser eingesetzt. Sie sind jetzt nur noch für das „Schießkino“ zu verwenden.

Die Anlage wird von Tagungsgästen genutzt, die einfach nur – in der Regel im „Fun-Bereich“ – ihren Spaß haben möchten. Aber auch Jäger nutzen die Anlage, um zu trainieren, weiß Roggel. Am Samstagabend waren die Jagdhornbläser aus Hagen-Dahl, Hagen-Nord und Hohenlimburg zu Gast. Klaus Buhl vom Jagdhornbläserchor Hohenlimburg erklärte: „Wir haben die beiden anderen Gruppen einfach einmal eingeladen, um uns untereinander besser kennen zu lernen und auszutauschen.“ Der weitaus überwiegende Teil der Jagdhornbläser, die auch jagdlich aktiv sind, habe noch nie ein Simultanschießen absolviert. Daher sei die Spannung groß. „Die Anlage“, so Roggel, „ist mindestens jeden zweiten Tag belegt. In den Wintermonaten ist täglich Betrieb. Im Sommer allerdings sitzen die Gäste auch gerne mal auf der Terrasse“. Also heißt es weiterhin: „Feuer frei“. aber kaum „Waidmannsheil“. ▪ hb

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare