Eine Flutbox für Wiblingwerde

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Mitglieder der Nachrodt-Wiblingwerder Feuerwehr freuen sich mit Bürgermeisterin Birgit Tupat über die Flutbox der Provinzial.

Nachrodt-Wiblingwerde - Der Schlauch ist zwölf Meter lang. Und die Pumpe schafft 200 Liter pro Minute. Das sind 12000 Liter in einer Stunde oder 50 Badewannen-Füllungen voll. Man sieht es der kleinen Flutbox gar nicht an, was in ihr steckt. Doch Gemeindebrandmeister Michael Kling und sein Team sind begeistert von dem Geschenk, das Provinzial-Geschäftsstellenleiter Andreas Opitz und Tim Rompza der Feuerwehr im Rahmen der „Elementarschadenkampagne“ übergaben.

 Die Flutbox ist für den Standort der Feuerwehr in Wiblingwerde geplant. Unwetter, Hochwasser und Überflutungen: Die immensen Schäden haben zugenommen. „Nach Kyrill, der sehr viele Bäume weggerissen hat, versickert das Oberflächenwasser nicht mehr wie vorher und daher wird viel Wasser talseits befördert“, nennt Tim Rompza einen Grund für die Folgen von extremen Wetterlagen.

Auch in Nachrodt-Wiblingwerde können viele Bürger ein Lied davon singen, wenn sich Dramen in vollgelaufenen Kellern abspielen. Dabei ist es nicht nur die Lenne, die im Falle eines Hochwassers den Nachrodtern Kopfzerbrechen bereitet. Es sind die vielen kleinen Bäche, die bei heftigen Regenfällen zu reißenden Gebirgsbächen anschwellen und erheblichen Schaden anrichten können. Zuletzt war das 2007 zu beobachten, als der sonst harmlose Kreinberger Bach eine gewaltige Mure auf die Bahngleise und die B236 schob und die Strecke unpassierbar machte. Fakt ist: Die Schadenzahlungen für die Versicherer sind in den vergangenen Jahren in die Höhe geschnellt – auch ein Grund für die „Elementarschadenkampagne NRW“.

Doch zurück zur Flutbox. Sie kann ein kleiner Segen sein. Denn wenn die Feuerwehr bei Hochwasser ausrücken muss, ist es nicht nur ein Keller, der ausgepumpt werden muss, sondern immer sind mehrere, gar viele Gebäude betroffen. Dann muss sich die Feuerwehr irgendwann verabschieden und zum nächsten Einsatz, inklusive der gerade eingesetzten Pumpen. „Durch die Flutbox sind wir jetzt in der Lage, die Pumpe vor Ort zu lassen. Sie schaltet sich durch den Regelschalter automatisch ein und aus. Das ist beruhigend für die Hausbewohner, die dann gut schlafen können. Und wir können sicher gehen, dass über Nacht nichts mehr passiert“, sagt Gemeindebrandmeister Michael Kling. Aber er macht auch deutlich: „Die Pumpen können nicht ausgeliehen werden. Es geht nur im Nachgang eines Einsatzes von uns. Wer in einem Risikobereich wohnt, der muss auch selber für sein Objekt Schutz sorgen.“

Wenn der Pegel in Altena auf 3,40 Meter steigt, kennen die Feuerwehrleute die Stellen, wo etwas passiert: unter anderem am Dümpel, an der Klingestraße, an der Altenaer Straße. Aber es gibt auch Orte, da hätte die Feuerwehr im Traum nicht an einen Einsatz mit vollgelaufenen Kellern gedacht – wie beispielsweise auf dem Steinstück. Die Einsätze rund um das Thema „Wasser“ schwanken in der Gemeinde von Jahr zu Jahr zwischen 15 und 70.

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