Geschehen von Bethlehem aus verschiedenen Blickwinkeln

+
Kommunionkinder, aber auch einige ältere Mitglieder der St. Josef-Gemeinde präsentierten am Heiligen Abend eine klassische Variante des Krippenspiels, die viel Beifall fand.

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Dass man das Geschehen der Heiligen Nacht völlig unterschiedlich darstellen kann, zeigten an Heiligabend die Krippenspiele, die die Evangelische Kirchengemeinde Nachrodt-Obstfeld und die katholische Kirchengemeinde St. Joseph Nachrodt ihren zahlreichen Besuchern anboten. Sie waren von der Art und der Vortragsweise völlig unterschiedlich konzipiert.

Während die evangelische Variante von einer modernen Art des Vortrages gekennzeichnet war, konzentrierte sich die katholische Vorstellung in diesem Jahr auf die klassische Variante.

Die evangelische Kirche besuchten am Nachmittag des Heiligen Abends rund 100 Gäste. Sie wurden von den jungen Darstellern in die Zeit 30 Jahre nach Christi Geburt versetzt. Vier Hirten (Kira-Marie und Hannah-Sophie Hennig sowie Kira Tabea Belecke und Saskia-Chantal Althaus) saßen auf dem Feld und schwelgten in Erinnerungen. So erinnerte sich einer der Hirten, dass gerade hier vor 30 Jahren ein kleines Kind geboren worden sein sollte. „Ich glaube“, so der Hirte, „dass die Leute damals schon gesagt haben sollen, dass aus dem kleinen Kerl mal was wird“. Ein anderer wiederum glaubte, sich erinnern zu können, dass das Kind schon gar nicht mehr lebe. „Ist der nicht gekreuzigt worden“, fragte er in die Runde. Aber man habe auch gehört, dass dieser Mann Wunder vollbracht haben solle. Und insbesondere sei auffällig, dass die ganze Welt noch von ihm spreche. „Vielleicht“, so mutmaßte einer der Hirten, „ist es ja wirklich so, dass er überall zu finden ist. Ich jedenfalls kenne viele, die das behaupten.“ Das von den Hirten und Nicole Hennig – die die begleitenden Texte las – vorgetragene Stück zeigte, dass Jesus Christus über seinen Tod hinaus lebendig ist. Und dass nicht nur vier Hirten auf dem Felde sich an ihn erinnern.

Die Kommunionkinder der katholischen Gemeinde zeigten die klassische und Variante des Krippenspiels. Innerhalb dieser weithin bekannten Geschichte suchten Maria und Josef in einer Herberge Obdach. Ihnen wurde jedoch nur ein schmutziger Stall angeboten. Dort kam dann Gottes Sohn zur Welt. Von diesem freudigen Ereignis kündete der Engel den Hirten auf dem Felde. Die wiederum gingen daraufhin zur Krippe, in der das Kind lag, und huldigten ihm. Die Szenen wurden von den Kindern sehr ergreifend vorgetragen. Sie hatten allerdings auch lange Zeit für das Stück geprobt. Die in der katholischen Kirche anwesenden rund 150 Gäste sparten daher auch nicht mit Applaus. Für die Aufführung zeichneten Barbara Zöller und Angela Urban verantwortlich. Musikalisch begleitet wurde die Messe von Kathrin Konietzny sowie Regina und Leonie Kerkmann an Querflöte und Klarinetten.

Die verschiedenen Vortragsarten der Krippenspiele waren durchaus bemerkenswert. Während der Text innerhalb der evangelischen Gemeinde vom Blatt gelesen wurde – der Umfang hätte ein Auswendiglernen so gut wie unmöglich gemacht – wurde in der katholischen Gemeinde frei gesprochen. Zu berücksichtigen ist natürlich, dass der Textumfang dort erheblich geringer war. Festzuhalten bleibt aber wohl, dass beide Spielarten ihr Publikum begeisterten. Das sah man – und im Falle des katholischen Krippenspieles war das auch überhaupt nicht zu überhören. - Hartwig Bröer

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare