Wahlkampf in NRW: Christel Voßbeck-Kayser (CDU) MdB referiert vor KFD

Geschäfte mit dem Tod sind verboten

Interessiert folgten die Frauen der KFD dem Vortrag von Christel Voßbeck-Kayser, CDU.

Nachrodt-Wiblingwerde - Gesundheitsvorsorge und Pflege sind weiterhin Themen, die in erster Linie Frauen betreffen. 19 Interessentinnen lauschten am Donnerstag, 4. Mai, den Ausführungen der CDU-Bundestagsabgeordneten Christel Voßbeck-Kayser im katholischen Vereinshaus, die in 90 Minuten einen „Querritt” durch die aktuelle Gesetzeslage mit ihren Zuhörerinnen unternahm. Eingeladen hatte die Katholische Frauengemeinschaft.

Pfleger brauchen Hilfe, das ging ganz klar aus dem Abend hervor. „Jeden Palliativmediziner in der Region habe ich angerufen, als meine Mutter im Sterben lag und einen habe ich so lange bekniet, bis er ins Haus kam und die notwendigen palliativmedizinischen Medikamente verschrieb”, schildert die Besucherin im katholischen Vereinshaus der Bundestagsabgeordneten.

Unterstützung

Christel Voßbeck-Kayser weiß: Ohne die Unterstützung von Palliativ-Netzwerken sind solch schwierige Situationen kaum zu stemmen. Sie können als Multiplikatoren für die aktuellen Pflegegesetze agieren, Mediziner und Betreuer vermitteln und auch pflegenden Angehörigen mal eine Stunde Entlastung bieten.

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Christel Voßbeck-Kayser referierte vor der KFD.

„Auch der Nachbarin, die sich einmal in der Woche ans Bett des kranken Vaters setzt, können Sie von den 145 Euro Alltagshilfe ihrer Pflegeversicherung mal einen Blumenstrauß zum Dank kaufen. Oder die Haushaltshilfe bezahlen, die sich um das kümmert, was liegen bleibt.” Menschliche Fürsorge ist das größte Pfund in der Heim- und Krankenhauspflege, die sich in der Ausbildung allerdings immer noch deutlich unterscheiden. Christel Voßbeck-Kayser setzt sich für eine allgemeine Grundausbildung für Kinder- und Altenpfleger, psychiatrische und Krankenpfleger ein, die medizinische und soziale Komponenten vereint und mit einer möglichen Spezialisierung abschließt. Die neuen Pflegefachkräfte und -assistenten sollen in der Lage sein, Demenzkranke im Alltag anzuleiten und auch deren medizinische Versorgung zu gewährleisten. Zum Lebensende fordert die CDU eine gesetzlich streng geregelte Hospiz- und Sterbebegleitung. „Jene Vereine, die Geschäfte mit dem Tod machen, haben wir verboten und ihr Handeln unter Strafe gestellt”, betonte die Bundestagsabgeordnete.

Lobbyarbeit

In den letzten Tagen sind bei ihr 1 400 Briefe von Doc Morris-Kunden eingegangen, die Lobbyarbeit für den Medikamenten-Onlineversand betreiben möchten. „Ich werde sie nicht beantworten, denn die örtlichen Apotheken sind und bleiben erste Adresse für Erkrankte. Dort weiß man, welche Medikamente der Patient schon nimmt und welche Wechselwirkungen ein neues mit sich bringen kann.” Christel Voßbeck-Kayser ist akut mit Fragen der ärztlichen Versorgung konfrontiert, gerade in Anbetracht des Wegfalls des Vinzenz-Krankenhauses in Altena, das sich als Krankenhaus der Grundversorgung allein nicht mehr rentierte. „Auch solche Häuser können durch Spezialisierung und Verteilung hochwertiger Untersuchungsgeräte und Apparatemedizin ihre Existenzberechtigung sichern. Das bedarf aber Kooperationen und Absprachen mit den umliegenden Kliniken.” Dem aktuellen Versorgungsnotstand beizukommen bedarf zurzeit viel Eigeninitiative Erkrankter und Angehöriger: „Sprechen Sie mit ihrer Kranken- und Pflegekasse, dort bekommen Sie die in ihrer Situation notwendige Hilfe”, riet Christel Voßbeck-Kayser ihren Zuhörerinnen, die alle einen Informationsflyer zur dreistufigen Pflegereform an die Hand bekamen.

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