Schatzsucher auf Tour: Geocacher verrät Tipps und Tricks

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Gefunden! Die Geocacher bestaunen einen winzigen „Nano-Cache“, der kaum größer als ein Fingernagel ist.

Nachrodt-Wiblingwerde – „Suche mich! Finde mich!“, scheint es überall in unseren Landschaften zu rufen. Doch es muss moderne Technik im Spiel sein, um diese Botschaften zu hören. Präzise Ortungsgeräte oder auch Smartphones helfen beim Aufspüren kleiner Schätze oder Fundortbüchlein, die andere Geocacher an verborgenen Orten versteckt haben.  

Für alle Uneingeweihten und Nichtwissenden, die sich dort zu schaffen machen oder die Suche durch ihr bloßes Dasein stören, gibt es einen Begriff aus den Harry-Potter-Geschichten: Muggel. 

Es waren zunächst noch weitgehend Uneingeweihte, die einer Einladung des Heimat- und Verkehrsvereins zu einer zweistündigen Schnuppertour mit einem erfahrenen Geocacher folgten. 

Winziges Protokollbuch: Wer den Cache gefunden hat, wird auf kleinen Papierstreifen im Schatz vermerkt.

Stefan Gesing berichtete auf dem Weg im Grenzgebiet zu Schalksmühle von diversen Herausforderungen, mit denen er es schon zu tun hatte: Caches, für die man sich in stillgelegte Eisenbahntunnel begeben oder in Spiegelschrift geschriebene Rätsel lösen musste. 

Dazu gab es eine Einführung in ein riesiges Suchspiel mit steigender Teilnehmerzahl, das eine Art Schnitzeljagd des digitalen Zeitalters darstellt. Wer selbst Beutestücke verstecken möchte, muss sich registrieren lassen: „Caches kann jeder verstecken, der sich für dieses Spiel auf den entsprechenden Internet-Seiten angemeldet hat“, erklärte Stefan Gesing.

Er warnte vor gefährlichen Aktionen, die terrorabwehrende Kräfte auf den Plan bringen können: Flughäfen und Bahnhöfe sind tabu bei der Schatzsuche. Selbst der Schiffsverkehr auf dem Rhein wurde schon unterbrochen, nachdem ein Geocacher einen unidentifizierten Gegenstand von einer Brücke gehängt hatte. 

Ganz nah dran: Schatzsucher Stefan Gesing und Lars an der Stelle, wo sich ein Schatz befinden soll.

Was ein Schatzsucher versteckt, bleibt ihm überlassen. Die Größe kann zwischen der Größe eines Fingernagels und eines Überseecontainers schwanken. In der Anfangszeit habe es mehr echte Beutestücke gegeben, erklärte Gesing: Figuren aus Überraschungseiern waren beliebt. 

Die Fundstücke auf dem als vergleichsweise einfach eingestuften Rundweg am Rande von Wiblingwerde bestanden aus sogenannten „Petlingen“. Das sind verschraubbare Plastikröhrchen, die zu Flaschen weiterverarbeitet werden. Alle sechs Fundorte enthielten winzige Findebüchlein, in die sich einige Teilnehmer eintrugen. 

Nach der Ankunft an den ermittelten Koordinaten schwärmte die Gruppe aus, um an Baum- stümpfen und anderen möglichen Verstecken zu suchen. Sätze wie „Du kannst zurückkommen. Wir haben ihn!“ schallten durch den Wald. Am Ende gab es eine echte Schatzkiste, die mit Gummibärchen gefüllt war. Und es blieb eine Erkenntnis hängen: „Das ist auch im Urlaub interessant, weil man an Orte kommt, die man sonst nie gesehen hätte."

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