Gemeinschaftsschule: Sache kommt in Bewegung

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NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Jetzt kommt die Sache in Bewegung. Bestrebt, eine weiterführende Schule am Ort zu erhalten, rührt man sich in Nachrodt-Wiblingwerde, um die Hauptschule in der Gemeinde in eine Gemeinschaftsschule umzuwandeln. Wie die Schulausschussvorsitzende Susanne Jakoby (SPD) jetzt auf Anfrage bestätigte, werde jetzt die Initiative gestartet, diese neue Schulform zu etablieren.

Zudem gehört Nachrodt-Wiblingwerde zu den Unterzeichnern einer Schulresolution der sogenannten U-15-Kommunen (unter 15 000 Einwohnern). Dabei geht es um eine spezielle Förderung der Infrastruktur aber eben auch um den Erhalt des Grundschulangebotes in den Dörfern und Sekundarschulangeboten, möglichst in allen Kommunen. Gerade im Sekundarbereich I sei die sehr gut erreichbare Schule ein wichtiges Kriterium für die Wohnortentscheidung. Ziel einer Planung des Landes müsse daher sein, Rahmenbedingungen zu schaffen, die es auch den U15 Kommunen grundsätzlich ermögliche, auch integrierte Schulangebote im Sekundbereich I zu erhalten. Die Konzepte seien auch so zu gestalten, das sie keine pädagogische Nachteile für die Kinder mit sich bringe. Als Instrumentarien böten sich angepasste Klassengrößen (Lehrer-Schüler-Relation), angepasste Schwellenwerte, erleichterte Kooperation der Schulsysteme und der interkommunalen Kooperation. Die Landesregierung möge den Kommunen Gestaltungsspielraum einräumen, lautet der Schlusssatz in der Resolution.

Wie Jakoby gestern sagte, soll noch vor der Dezemberratssitzung eine Schulausschusssitzung anberaumt werden, die das Thema Gemeinschaftsschule auf der Agenda habe. Wie sie weiter erläuterte, sei im Rahmen eines Informationsgespräches auch mit Hauptschullleiter Rüdiger Grote und Spitzen der Verwaltung die Bedingungen ausgelotet worden. Klar sei dabei geworden, so Jakoby, dass die Gemeinde das „nicht alleine stemmen könne“. Schülerzahl und Kapazitäten reichten nicht aus. Deshalb sei Kontakt zu den Schulträger in Iserlohn und in Altena aufgenommen worden, um hier eine gemeinschaftliche Lösung zu finden. Dabei zeichne sich wohl eher eine Zusammenarbeit mit den Altenaern ab. Zudem glaube sie, dass man als Schulform zusätzlich die „Realschule mit ins Boot“ holen müssen. So könne es gelingen, angesichts zurückgehender Schülerzahlen, eine weiterführende Schule am Ort zu erhalten, eine Schließung zu verhindern.

Der Umwandlung einer Schule in eine Gemeinschafts muss ein Ratsbeschluss zugrunde liegen. Dann kann diese beantragt werden. Gemäß aktuellen Veröffentlichungen können sich interessierte Schulträger bis Ende 2010 bewerben. Bedingung sei ein pädagogisches Konzept und ein Beteiligungsverfahren vor Ort. ▪ vdB

Bei der Gemeinschaftsschule werden Kinder bis Klasse 6 gemeinsam unterrichtet, danach ist dann eine Differenzierung möglich oder eine Beibehaltung des gemeinsamen Unterrichts bis Klasse 10. In de Regel werden Haupt und Realschulen zusammengefasst, auch eine gymnasiale Ausrichtung ist möglich.

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